Der Vatikan vermittelt nach Medienberichten seit Wochen hinter den Kulissen für einen unblutigen Machtübergang in Venezuela. Laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung "Il Messaggero" von Samstag telefonierten der amerikanische Außenminister Marco Rubio und Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin Mitte der Woche wegen humanitärer Fragen in dem Karibikstaat miteinander. Dabei ging es mutmaßlich auch um das Schicksal politischer Gefangener.
Der venezolanische Kardinal Baltazar Enrique Porras twitterte zwei Tage später auf der Plattform X: "Wir haben mit großer Erleichterung von der Freilassung mehrerer Personen aus dem Gefängnis Helicoide erfahren (...) Wir beten mit ihnen und hoffen auf weitere gute Nachrichten."
Porras ist derzeit eine der kirchlichen Schlüsselfiguren für Vermittlungen in Caracas. Da ihm noch unter Präsident Nicolás Maduro die Reisedokumente verweigert worden waren, konnte er am Mittwoch und Donnerstag nicht am Konsistorium der Kardinäle in Rom teilnehmen.
Bericht über Exil-Vorschlag für Maduro
Kardinalstaatssekretär Parolin ist in Venezuela bis heute offenbar gut vernetzt, von 2009 bis 2013 war er Apostolischer Nuntius in Caracas. Zudem ist der zweite Mann im Staatssekretariat, Erzbischof Edgar Pena Parra ist in Venezuela geboren und aufgewachsen.
Am Freitagabend hatte die "Washington Post" berichtet, Parolin habe kurz vor Weihnachten mit dem US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, dem Trump-Vertrauten Brian Burch, gesprochen. Parolin habe versucht, für Maduro ein Exil in Moskau anzubahnen, um einen unblutigen Machtwechsel in Venezuela zu ermöglichen. Vatikansprecher Matteo Bruni bestätigte das Gespräch als solches gegenüber der Zeitung, wies die Redaktion aber zugleich darauf hin, dass sie den Inhalt der vertraulichen Unterhaltung nicht korrekt wiedergegeben habe.