Erzbistum Hamburg schließt Verwaltung in Schwerin

"Sendung und Sammlung"

Das Erzbistum Hamburg trennt sich von einem historischen Standort: Ein Verwaltungsgebäude und die zugehörige Kirche in Schwerin werden aufgegeben. Wie es mit dem Gebäude und den Mitarbeitern nun weitergeht, ist unklar.

Blick auf den Schweriner Dom / © Anibal Trejo (shutterstock)
Blick auf den Schweriner Dom / © Anibal Trejo ( shutterstock )

Das katholische Erzbistum Hamburg schließt seinen Verwaltungsstandort in Schwerin. Das Gelände im Stadtteil Lankow mit einem Verwaltungsgebäude und der Kirche Sankt Martin soll im Erbbaurecht verkauft werden, wie der Sprecher des Erzbistums am Freitag mitteilte. In der Kirche werden demnach ab der zweiten Jahreshälfte keine Gottesdienste mehr gefeiert.

An dem Standort im Nordwesten der Landeshauptstadt seien zuletzt noch sechs Mitarbeiter tätig gewesen, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Für sie würden nun andere Arbeitsorte gefunden. Das Katholische Büro Mecklenburg, die Vertretung der Erzbistümer Hamburg und Berlin bei der Schweriner Landesregierung, sei bereits in die Altstadt umgezogen. Entlassen werde niemand.

Neue Basisstation soll Seelsorge stärken

Die Entscheidung ist laut Mitteilung im Zuge der laufenden Vermögens- und Immobilienreform des Erzbistums Hamburg gefallen. Hintergrund der Neuordnung sind sinkende Kirchenmitgliederzahlen sowie ein erwarteter Rückgang des Seelsorgepersonals bis 2040.

Zugleich will das Erzbistum mit einem Projekt unter dem Titel "Sendung und Sammlung" fünf Regionen mit sogenannten Basisstationen stärken. Eine dieser Stationen soll in der Pfarrei Sankt Anna in Schwerin entstehen. Mit zusätzlichem Personal solle so die Erreichbarkeit und Sichtbarkeit der Seelsorge in Westmecklenburg über Pfarreigrenzen hinweg gesichert werden, hieß es. Die Basisstation in Schwerin sei als eine der ersten bereits im Aufbau.

Standort mit besonderer DDR-Geschichte

Der Verwaltungsstandort in Schwerin blickt auf eine besondere Geschichte zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten die Katholiken in Mecklenburg trotz der innerdeutschen Grenze weiter zum Bistum Osnabrück. Wegen der politischen Teilung setzte der Papst 1973 einen Apostolischen Administrator mit den Rechten eines Bischofs in Schwerin ein. 1978 wurde nach langwierigen Verhandlungen mit den DDR-Behörden das Verwaltungsgebäude fertiggestellt, der Versammlungsraum als Kirche Sankt Martin geweiht.

Mit der Gründung des Erzbistums Hamburg 1995 wurden die kirchlichen Zuständigkeiten im Norden neu geordnet; das Erzbischöfliche Amt in Schwerin wurde zu einem regionalen Standort der Zentrale in Hamburg. Zuletzt waren dort neben den Mitarbeitern des Katholischen Büros noch Mitarbeiter der Immobilien- und der Kommunikationsabteilung sowie ein Hausmeister tätig.

Erzbistum Hamburg

Das Erzbistum Hamburg ist das flächenmäßig größte Bistum in Deutschland. Es umfasst 32.520 Quadratkilometer und drei Bundesländer: Hamburg (755 Quadratkilometer), Schleswig-Holstein (15.803 Quadratkilometer) und der Landesteil Mecklenburg (15.962 Quadratkilometer) des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. 

Mariendom in Hamburg / © Maria Feck (KNA)
Mariendom in Hamburg / © Maria Feck ( KNA )
Quelle:
KNA