Neue Pfarrei St. Nikolaus Düsseldorf startet mit acht Gemeinden

"Wir sind auf einem guten Weg"

Aus acht Kirchengemeinden ist in Düsseldorf eine gemeinsame Pfarrei geworden. Pfarrvikar Joachim Decker erklärt, was sich für Katholikinnen und Katholiken vor Ort ändert – und wie Eigenständigkeit vor Ort erhalten bleiben soll.

Autor/in:
Carsten Döpp
Blick auf Düsseldorf / © trabantos (shutterstock)

DOMRADIO.DE: Aus bislang acht Kirchengemeinden ist eine gemeinsame Pfarrei geworden. Was bedeutet das für die Katholiken in Eller, Lierenfeld, Wersten, Holthausen, Himmelgeist und Itter? 

Joachim Decker (Pfarrvikar in der neuen Pfarrei St. Nikolaus, Düsseldorf): Sie haben schon die schönen Stadtteile alle benannt. Zunächst bedeutet das für die Gemeindemitglieder vor Ort gar nicht so viel Neues. Wir haben in dem letzten Jahr schon ganz vieles gemeinsam unternommen. 

Wir haben ein gemeinsames Stadtspiel gemacht. Wir haben Gemeindeabende durchgeführt, in jeder der einzelnen Pfarreien. Wir haben die Leute langsam mitgenommen und haben allen gesagt: Bitte stärkt euch und eure Gemeinden vor Ort, damit an jeder Kirche auch ein lebendiges Miteinander möglich sein wird. Und das scheint im Moment ganz gut zu laufen. Wir sind auf einem guten Weg. 

DOMRADIO.DE: Sie waren bisher leitender Pfarrer in Eller-Lierenfeld, nun sind Sie der neue Pfarrvikar. Das ist auch für Sie persönlich eine Veränderung. Wie gehen Sie damit um? 

Decker: Ich bin in diesem Jahr 66 geworden. Mit 66 Jahren fängt ja bekanntlich das Leben an. Daher habe ich mir gesagt, ich bin noch gesund und rüstig und bin auch gerne bereit, hier seelsorglich tätig zu sein. Aber die Leitung einer so großen Pfarrei überlasse ich lieber einem Jüngeren, meinem Mitbruder Florian Ganslmeier, und der macht das ganz fantastisch. 

Für mich bedeutet das Entlastung auf der einen Seite, aber ich bin gerne bereit, wieder mehr in die Seelsorge einzusteigen, die ja bei den leitenden Pfarrern durch die vielfältigen Aufgaben ein bisschen in den Hintergrund rückt. 

DOMRADIO.DE: Kritiker werden möglicherweise fragen: Bleibt nicht die Eigenständigkeit, also die Besonderheit dieser acht Gemeinden, auf der Strecke bei solch einer Fusion? Was entgegnen Sie? 

Symbolbild Pfarrgemeinderat / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Pfarrgemeinderat / © Harald Oppitz ( KNA )

Decker: Ja, das versuchen wir gerade aufzufangen. Es wird demnächst einen Kirchenvorstand in der neuen Pfarrei St. Nikolaus geben. Aber in jeder der einzelnen Pfarreien werden wir Ausschüsse haben, die für die Finanzen zuständig sind, für den Bau und für das, wofür bisher die einzelnen Gemeinden standen. 

Außerdem haben wir natürlich einen großen Pfarrgemeinderat, aber auch ähnlich einem Pfarrgemeinderat wird es Menschen in den einzelnen Orten geben, die zuständig sind für das, was um den eigenen Kirchturm herum möglich sein wird. Das wird eine ganze Menge sein, denn wir haben viele, viele Ehrenamtliche, die bereit sind, mitzumachen. 

Das Interview führte Carsten Döpp.

Quelle:
DR

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