Familienberaterin gibt Tipps für realistische Vorsätze im neuen Jahr

"So konkret und umsetzbar wie möglich"

Mit Motivation ins neue Jahr, doch die Angst vor dem Scheitern bleibt? Familienberaterin Nora Klar erklärt, warum Neugier wichtiger ist als Druck, wie Etappenziele helfen können und weshalb Rückschläge kein Grund sind, aufzugeben.

Autor/in:
Annika Weiler
Symbolbild: Gute Vorsätze / © gopixa (shutterstock)

DOMRADIO.DE: Viele Menschen starten motiviert ins neue Jahr, haben aber gleichzeitig Angst, ihre Vorsätze nicht durchzuhalten. Was raten Sie ihnen?

Nora Klar, Beraterin in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Wuppertal / © Daniel Schubert (privat)
Nora Klar, Beraterin in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Wuppertal / © Daniel Schubert ( privat )

Nora Klar (Beraterin in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Wuppertal): Angst ist dabei ein wenig hilfreicher Begleiter. Sinnvoller ist es, den Fokus auf Neugier zu legen. Wer etwas Neues beginnt, probiert sich aus. Und wenn es nicht klappt, ist das kein Scheitern. Dann lohnt es sich, innezuhalten und zu prüfen: War das Ziel zu hoch gesteckt? Passt es wirklich zu mir? Was war schwierig? Ziele lassen sich anpassen, Wege verändern. So kann die Angst in den Hintergrund treten.

Nora Klar

"Statt eines großen Vorsatzes empfehle ich mehrere kleine Etappenziele."

DOMRADIO.DE: Gibt es konkrete kleine Schritte, die helfen, langfristig motiviert zu bleiben, gerade wenn der Alltag stressig wird?

Klar: Entscheidend ist, Ziele so konkret und umsetzbar wie möglich zu formulieren. Statt eines großen Vorsatzes empfehle ich mehrere kleine Etappenziele. Zum Beispiel: Was möchte ich in einer Woche erreichen, was in der nächsten? So kann man Fortschritte regelmäßig überprüfen. Außerdem hilft es sehr, andere Menschen einzubeziehen, die einen begleiten oder unterstützen. Das schafft Verbindlichkeit.

DOMRADIO.DE: Rückschläge gehören oft dazu. Wie geht man damit um, ohne die Motivation zu verlieren?

Klar: Das Wichtigste ist, nicht alles hinzuschmeißen. Rückschläge sind normal. Statt zu sagen "Jetzt ist alles egal", sollte man sich klarmachen: Es ist nicht schlimm, etwas nicht zu schaffen. Man kann jederzeit neu anfangen, auch nach Wochen oder Monaten. Entscheidend ist, überhaupt anzufangen und dranzubleiben. Das ist der eigentliche Schlüssel.

Das Interview führte Annika Weiler.

Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Köln

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Lebenskrisen beratend zur Seite zu stehen.

Die Beratungen erfüllen einen wichtigen Grundauftrag der Kirche – gleichzeitig nehmen sie wesentliche Aufgaben im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe wahr.

In jeder unserer 12 Beratungsstellen im Erzbistum Köln gibt es ein Team von Ehe-, Familien- und Lebensberaterinnen und -beratern, die alle über eine Ausbildung zum Ehe-, Familien- und Lebensberater und zusätzliche psychotherapeutische Qualifikationen verfügen.

Psychologische Beratungssituation / © Chinnapong (shutterstock)
Psychologische Beratungssituation / © Chinnapong ( shutterstock )
Quelle:
DR

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