Erstmals ist die Marke von einer halben Million Ankünfte geknackt worden. Wie aus der Statistik des Pilgerbüros in Santiago de Compostela hervorgeht, bekamen 530.987 Ankömmlinge ihr Diplom. Der Anteil der Frauen lag bei 53,4 Prozent, was fast 35.000 mehr Pilgerinnen als Pilgern entsprach. Bei den Nationalitäten hatten - wie immer - die Spanier die Nase vorn (228.527), mit weitem Abstand gefolgt von US-Amerikanern (43.980), Italienern (26.680) und Deutschen (24.356).
Noch am Silvestertag trafen 257 Pilger in Santiago ein, was zum Trend des Winterpilgerns passt, um den Massen in den zulaufstarken milderen Monaten aus dem Weg zu gehen.
Schwere Waldbrände im Sommer
Mitte August: Die Zivilschutz- und Katastrophenschutzbehörde der spanischen Region Galicien und Kastilien-León hatte Pilgerinnen und Pilger eindringlich dazu aufgerufen, ihre Wanderung auf dem Jakobsweg zu unterbrechen. In den beiden nordspanischen Regionen hatten die Waldbrände am schlimmsten getobt. Zwischen Astorga und Ponferrada wurde der Pilgerweg gesperrt. Die Behörden baten vor allem die Pilger zwischen Yeres und Llamas de la Cabrera, ihren Weg abzubrechen.
Anfang September waren die Temperaturen nach der wochenlangen Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad wieder gesunken und die Brandherde weitesgehend gelöscht. Die traurige Bilanz der verheerenden Brände: vier Tote, darunter auch ein Feuerwehrmann. Nach Schätzungen des europäischen Copernicus-Systems (EFFIS) wurden über 390.000 Hektar Wald zerstört. Galicien und Kastilien-León waren die am stärksten betroffenen Regionen.
Trend dürfte anhalten
2026 dürfte sich der Boom fortsetzen und 2027 abermals steigern. Dann nämlich beginnt das nächste heilige Jakobusjahr, das immer dann ansteht, wenn der Jakobustag am 25. Juli auf einen Sonntag fällt.
Die Jakobswege zum in Santiago verehrten Grab des Apostels Jakobus waren bereits im Mittelalter stark frequentiert. Zahlen dazu gibt es allerdings nicht. Die Wiederentdeckung des Jakobswegs begann in den 1980er Jahren, auf Betreiben von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) und des Europarates. Damals begann es mit lediglich einigen tausend Pilgern pro Jahr.