Bischof Genn fordert weiter Neubewertung von Sexualität

Weg zu Ende gehen

Münsters Bischof Felix Genn plädiert weiter für Reformen in der katholischen Sexuallehre. Genn verwies darauf, dass er im Bistum Münster bereits im Juni eine Stelle für Sexuelle Bildung eingerichtet habe.

Bischof Felix Genn (r.) bei der Synodalversammlung (Archiv) / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Felix Genn (r.) bei der Synodalversammlung (Archiv) / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Er habe für den bei der Frankfurter Synodalversammlung vorgelegten Grundlagentext zu "Leben in gelingenden Beziehungen - Grundlinien einer erneuerten Sexualethik" gestimmt, heißt es in einer am Freitagabend veröffentlichten Erklärung des Bischofs.

"Denn es ist problematisch, wenn Sexualität vor allem als sündhaft angesehen wird und wenn über Sexualität nicht gesprochen werden kann."

Stelle für Sexuelle Bildung eingerichtet

Genn verwies darauf, dass er im Bistum Münster bereits im Juni eine Stelle für Sexuelle Bildung eingerichtet habe. "Wenn ich sexuellen Missbrauch verhindern möchte, dann muss ich offener und qualifizierter über Sexualität sprechen können und muss weg von einer rigiden Sexualmoral", betonte der Bischof.

Gerät für die digitale Abstimmung bei der Synodalversammlung / © Julia Steinbrecht (KNA)
Gerät für die digitale Abstimmung bei der Synodalversammlung / © Julia Steinbrecht ( KNA )

"Hier muss auch das kirchliche Lehramt zu Neubewertungen kommen, die die Erkenntnisse der modernen Sexualforschung und Wissenschaft berücksichtigen."

Am Donnerstagabend war das Grundsatzpapier für eine Liberalisierung der kirchlichen Sexualmoral an der Sperrminorität der Bischöfe gescheitert. Das hatte zu einer schweren Krise bei der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs geführt.

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA