Bamberger Erzbischof Schick für Kultur der Nächstenliebe

“Mia san mia ist nicht christlich“

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat einen fundamentalen Satz zum bayerischen Selbstverständnis aufs Korn genommen. "'Mia san mia' mag bayerisch sein, aber nicht christlich", sagte der Erzbischof im Bamberger Dom.

Bayernflagge vor dem Münchner Landtagsgebäude / © Sven Hoppe (dpa)
Bayernflagge vor dem Münchner Landtagsgebäude / © Sven Hoppe ( dpa )

"Wo sich Populismus breitmacht, hat man Jesus Christus und seine Botschaft vertrieben. Wo es eng wird in Denken und Handeln, ist Jesus Christus nicht mehr anwesend."

Schick äußerte sich bei der Aussendung von Kirchenführerinnen und -führern im Bamberger Dom. Deren Aufgabe bestehe darin, eine Kultur des Katholizismus und des Universalismus zu vermitteln, dass Gott allen Menschen Heil schenken wolle. Spirituelle Kirchenführungen sollten den Blick überall dort weiten, wo Menschen in Enge und Verschlossenheit lebten.

Erzbischof Ludwig Schick / © Harald Oppitz (KNA)
Erzbischof Ludwig Schick / © Harald Oppitz ( KNA )

Kultur der Barmherzigkeit und Nächstenliebe

"Bei der Erklärung von Kirchengebäuden und Kunstgegenständen wird auch die Kultur der christlichen Hoffnung gegen Pessimismus und Resignation lebendig gehalten", fügte er hinzu. "Die Heiligen verkünden den Himmel und die Überwindung aller Höllen auf dieser Erde." Es gehe um eine Kultur der Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Spürbar werde diese derzeit bei der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge, bei der Pflege von Corona-Patienten oder der Begleitung von Trauernden, die in der Pandemie Angehörige verloren hätten.

Bei der Veranstaltung erhielten elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer insgesamt 120 Stunden dauernden Schulung durch die katholische Erwachsenenbildung ein Zertifikat für Kirchenführungen. Die Ausbildung ist bundesweit standardisiert, ein nächster Kurs beginnt 2023.

Erzbistum Bamberg

Blick auf die Bamberger Altstadt / © saiko3p (shutterstock)
Blick auf die Bamberger Altstadt / © saiko3p ( shutterstock )

Das Bistum Bamberg wurde auf die Initiative von König Heinrich II. hin bei der Reichssynode in Frankfurt gegründet. Erster Bischof von Bamberg war Eberhard I., der dieses Amt von 1007 bis 1040 innehatte. Mit dem Bistum Bamberg ins Leben gerufen wurde das Domkapitel, das den heiligen Georg als Patron wählte.

Beim 4. Laterankonzil 1215 erlangte das Domkapitel das alleinige Bischofswahlrecht und beanspruchte die Mitregierung des Hochstifts und der Diözese.

Quelle:
KNA