Papst empfängt Frankreichs Präsident Macron und Schweizer Bischöfe

Gespräche hinter verschlossenen Türen

Papst Franziskus hat am Freitag gleich mehrere internationale Besucher in Rom empfangen: Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron war zum zweiten Mal Gast im Vatikan, ebenso wie die Schweizer Bischöfe.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei Papst Franziskus / © Vatican Media (KNA)
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei Papst Franziskus / © Vatican Media ( KNA )

Details zu der rund einstündigen Unterredung zwischen Papst Franziskus und Macron gaben Vatikan und Elysee-Palast zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der Zeitung "La Croix" hatte Paris kurz nach dem G20-Gipfel in Rom um das Treffen gebeten.

Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Katholiken Macron und dem Papst gibt es insbesondere im Bereich Bioethik, aber auch über nukleare Rüstung und Abschreckung. Der Präsident hat Franziskus mehrfach nach Frankreich eingeladen, bislang ohne Erfolg. Ein neuer Anlass könnte die französische EU-Ratspräsidentschaft ab Januar sein.

Mögliches Thema: Der Missbrauchsskandal

Mitte Oktober hatte Franziskus Premierminister Jean Castex zu einem Gespräch empfangen. Dabei ging es unter anderem um das Verhältnis von priesterlichem Beichtgeheimnis und staatlichen Gesetzen im Kontext des Missbrauchsskandals in der französischen Kirche.

Auch dieses Thema dürfte Beobachtern zufolge zwischen Macron und Franziskus zur Sprache gekommen sein.

Die Begegnung der Schweizer Bischöfe mit Franziskus war Teil des einwöchigen Ad-limina-Besuchs der Schweizer, der am Samstag zu Ende geht. Auch über den Inhalt des Erfahrungsaustauschs wurde wie üblich zunächst nichts bekannt. Anders als frühere Päpste verliest Franziskus auch keine Rede mehr, die anschließend veröffentlicht wird.

Gespräche mit verschiedenen Vatikanbehörden

Die eidgenössische Delegation hält sich seit Sonntag in Rom auf. Auf dem Programm standen vor allem Gespräche in verschiedenen Vatikanbehörden wie der Klerus-, Bildungs- und Glaubenskongregation. Auch ein Treffen und ein Gesprächsabend mit Angehörigen der Schweizergarde standen auf dem Programm.

Zu den Gesprächsthemen gehörten dem Vernehmen nach der vom Papst angestoßene weltweite synodale Prozess. Diesen hat die katholische Kirche in der Schweiz mit ihrer Aktion "Wir sind ganz Ohr" aufgenommen. Auch die Rolle und Mitverantwortung von Frauen in der Kirche wolle man mit der Kirchenzentrale in Rom besprechen, hatte etwa Sankt Gallens Bischof Markus Büchel vorher angekündigt.

Verkürzte Vollversammlung in Rom

Unmittelbar im Anschluss an den Ad-limina-Besuch halten die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz eine verkürzte Vollversammlung in Rom. Diese endet am Montag.

Der für Montag erwartete Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe wurde inzwischen verschoben. Angesichts des erneuten Lockdowns im Land und der heftigen Diskussionen dazu hielten die Bischöfe eine Reise nach Rom nicht für angebracht. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.


Quelle:
KNA
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