Schweiz und Heiliger Stuhl wollen enger zusammenarbeiten

Auf einer Wellenlänge?

Die Schweiz und der Heilige Stuhl wollen enger zusammenarbeiten. Der Schweizer Außenminister Ignazio Cassis und Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten dazu in Bern jetzt eine entsprechende Erklärung.

Schweizergarde / © Cristian Gennari (KNA)
Schweizergarde / © Cristian Gennari ( KNA )

Demnach deutete Cassis nach der Unterzeichnung an, es gehe bei der neuen Kooperation auch um Unterstützung des Heiligen Stuhls für die Kandidatur der Schweiz als nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat. Es gehe darum, "unsere Zusammenarbeit in den Bereichen Frieden und Menschenrechte zu stärken, insbesondere die Rechte der religiösen Minderheiten in der Welt", so Cassis weiter.

Er sprach von einem starken Signal für das friedenspolitische Engagement der Schweiz, wie das Portal kath.ch am Montag berichtet.

Geplante Vatikan-Botschaft am Heiligen Stuhl

Die Schweiz ist seit 2002 Mitglied der Vereinten Nationen. Erstmals kandidiert die Eidgenossenschaft für einen zweijährigen nichtständigen Sitz im wichtigsten UN-Gremium; die Wahlen finden im Juni 2022 in New York statt. Der Heilige Stuhl ist als Ständiger Beobachter der Vereinten Nationen nicht stimmberechtigt. Laut Experten wirkt er im Hintergrund aber immer wieder mit, um Mehrheiten zu gewinnen.

Weitere Themen des Austauschs seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie und internationale Konflikte gewesen. Auch die geplante Vatikan-Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom wurde angesprochen. Es gibt seit 101 Jahren in Bern eine Nuntiatur, allerdings kein Schweizer Pendant in Rom für die Beziehungen zum Heiligen Stuhl. Diese werden aktuell vom Schweizer Botschafter in Slowenien geführt.

Kardinalstaatssekretär Parolin begrüßte den Beschluss des Schweizer Bundesrates, eine Botschaft für den Heiligen Stuhl in Rom zu errichten. Es gehe darum, die "Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zu konsolidieren, insbesondere im Bereich des Multilateralismus und der internationalen Zusammenarbeit", so der vatikanische Spitzendiplomat. 

100-Jahr-Jubiläum der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen

Anlass des Besuchs ist die Feier des 100-Jahr-Jubiläums der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl im Jahr 1920. Coronabedingt mussten die Feiern im vergangenen Jahr ausfallen.

Auf dem Programm stand am Montag auch eine Visite bei der reformierten Gemeinde in der Schweizer Bundeshauptstadt. Zum Auftakt seines zweitägigen Besuches hatte Parolin am Sonntag im Marienwallfahrtsort Einsiedeln mit der dortigen Benediktinergemeinschaft eine Messe gefeiert. Anschließend besuchte er einen weiteren wichtigen Pilgerort der Schweiz: den sogenannten Flüeli-Ranft, wo vor 550 Jahren der Mystiker, Einsiedler und Landespatron Bruder Klaus wirkte.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Dalati & Nohra (dpa)
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Dalati & Nohra ( dpa )
Quelle:
KNA
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