Kardinal
Reinhard Marx

Erzbischof von München und Freising
Reinhard Kardinal Marx
 / © Julia Steinbrecht (KNA)

Reinhard Marx wurde am 21. September 1953 in Geseke/Westfalen geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Paderborn, Paris, Münster und Bochum. 

Im Jahr 1979 wurde er in Paderborn zum Priester geweiht. Es folgten Stationen als Vikar in Bad Arolsen und als Geistlicher Rektor des Sozialinstituts Kommende (in Dortmund) und als Diözesanbeauftragter für die Betriebsseelsorge im Erzbistum Paderborn.

Nach seiner Promotion zum Doktor der Theologie war er als Direktor des Sozialinstituts Kommende und schließlich als Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät in Paderborn tätig. 

Am 21. September 1996 wurde er zum Weihbischof von Paderborn geweiht. Im Jahr 2002 wurde er als Bischof von Trier eingeführt. Seit 2008 ist er nun Erzbischof von München und Freising. 

Marx leitete die Deutsche Bischofskonferenz von 2014 bis 2020. Für eine Wiederwahl stellte er sich nicht zur Verfügung. Von 2012 bis 2018 war er auch Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen in der EU (COMECE). Im Episkopat seines Heimatlandes wird Marx dem Lager der Reformer zugerechnet.

Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz initiierte er mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) den weltweit beachteten Reformdialog "Synodaler Weg", der 2020 begann und das Ziel hatte, der Kirche aus der Missbrauchskrise herauszuhelfen. Verhandelt wurden die katholische Sexualmoral, die Lebensform der Priester, Machtfragen und die Stellung von Frauen in der Kirche.

Marx gilt als politischer Denker und Stratege. Im Missbrauchsskandal hat er eigenes Fehlverhalten mehrfach eingeräumt, ohne in Details zu gehen. Seine eigene Bischofszeit in München war auch Gegenstand einer Untersuchung, mit der er eine Münchner Rechtsanwaltskanzlei beauftragt hatte. Dass Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch als Ortsbischof nach nur vier Wochen in einem äußerst persönlichen Antwortschreiben nicht angenommen hat, zeigt die besondere Verbindung der beiden.

Vor Weihnachten 2020 gab der Kardinal eine halbe Million Euro aus seinem Privatvermögen als Grundstock in eine Stiftung zugunsten von Missbrauchsbetroffenen. Das internationale päpstliche Kinderschutzzentrum CCP in Rom wurde ebenfalls von Marx in München finanziell und strukturell angeschoben.

Marx wurde von Papst Franziskus in den Kardinalsrat zur Kurienreform berufen und gehörte diesem bis zur Neubesetzung im März 2023 an. Außerdem koordinierte er den vatikanischen Wirtschaftsrat.

In der Deutschen Bischofskonferenz ist Marx Vorsitzender der Publizistischen Kommission und Mitglied der Glaubenskommission.

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