Am 2. Februar feiert die katholische Kirche das Fest der "Darstellung des Herrn", im Volksmund Mariä Lichtmess genannt. Traditionell damit verbunden sind Kerzensegnungen und Lichterprozessionen.
40 Tage nach Weihnachten ging damit früher in vielen katholischen Familien die Weihnachtszeit zu Ende. Seit der Liturgiereform von 1970 endet der Weihnachtsfestkreis aber offiziell schon am Sonntag nach dem 6. Januar. Manche halten allerdings am alten Brauch fest und bauen erst zu Lichtmess ihre Krippe ab.
Ursprünge aus der Bibel
Das Fest knüpft an den Bericht des Lukas-Evangeliums an. Danach hatten Maria und Josef den kleinen Jesus wie alle jüdischen Erstgeborenen 40 Tage nach der Geburt zum Tempel gebracht und durch ein Opfer dem Herrn "dargestellt", also ihn Gott geweiht.
Außerdem brachte Maria an diesem Tag ein Reinigungsopfer, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb. Denn im Alten Testament galten Mütter bis 40 Tage nach der Geburt als unrein. Die Bibel berichtet in diesem Zusammenhang auch von der Begegnung mit dem greisen Simeon, der Jesus als "Licht zur Erleuchtung der Heiden" pries.
Wetterregeln und Bauernleben
Begangen wurde das Fest "Darstellung des Herrn" seit Anfang des fünften Jahrhunderts in Jerusalem; in Rom wurde es um 650 eingeführt. Aus einem Fest zu Ehren Christi entwickelte sich mit der Zeit ein Marienfest; mittlerweile steht wieder Christus im Mittelpunkt des Tages.
Mariä Lichtmess hatte jahrhundertelang auch eine wichtige Bedeutung im bäuerlichen Arbeitsjahr. Knechte und Mägde bekamen dann ihren Jahreslohn und konnten den Dienstherrn wechseln.
Die Wetterregeln zu Lichtmess handeln von der Vorfreude auf den Frühling. Bekannt sind etwa "Scheint an Lichtmess die Sonne heiß, bringt der Märzen Schnee und Eis" oder "Lichtmess im Klee, Palmsonntag im Schnee." Verbreitet sind auch die Bauernregeln "Um Martin schlachtet der Bauer sein Schwein. Das muss bis Lichtmess gefressen sein" und "Lichtmess trüb ist dem Bauern lieb."
Anfang Februar wird es zudem wieder deutlich länger hell. Einem alten Kalenderspruch zufolge ist der helle Tag, der zur Wintersonnenwende am 21. Dezember auf seinem Tiefpunkt stand, an Neujahr um einen "Hahnentritt", am Dreikönigstag immerhin schon um einen "Hirschensprung" länger geworden. Am 2. Februar ist dann bereits eine volle Stunde Helligkeit gewonnen; und bis 21. März weist die Lichtkurve besonders steil nach oben. (KNA)