An Mariä Lichtmess endete früher die Weihnachtszeit

Schon eine Stunde länger hell

Der 2. Februar ist ein wichtiger Tag im Kirchenkalender. An Mariä Lichtmess endete früher die Weihnachtszeit. Ab jetzt merkt man es: Die Tage werden wieder deutlich länger.

Kerzen an Mariä Lichtmess / © Harald Oppitz (KNA)
Kerzen an Mariä Lichtmess / © Harald Oppitz ( KNA )

Am 2. Februar ist endgültig Schluss: Spätestens an diesem Tag wurden in katholischen Kirchen und Privathäusern lange Zeit die Krippen und die Weihnachtsbäume abgebaut. Am im Volksmund so bezeichneten Tag Mariä Lichtmess endete die Weihnachtszeit.

Aus dem Alltag ist das Fest inzwischen fast verschwunden. Selbst in der katholischen Kirche endet die Weihnachtszeit seit der Liturgiereform 1970 schon am Sonntag nach dem Dreikönigstag am 6. Januar. Doch halten manche Familien, aber auch Städte und Gemeinden am alten Brauch fest - so zum Beispiel zahlreiche Orte im Erzgebirge, die noch länger auf die touristische Attraktivität der weihnachtlichen Stimmung bauen.

Eines der ältesten Feste der christlichen Kirche

Dabei ist Lichtmess eines der ältesten Feste der christlichen Kirche: Seit Anfang des 5. Jahrhunderts wurde es in Jerusalem am 40. Tag nach der Geburt Jesu gefeiert. In Rom führte die Kirche den Feiertag um das Jahr 650 ein.

Mit dem 2. Februar verbinden sich viele unterschiedliche Glaubensaussagen, viele Volksbräuche und auch Bauernregeln. An Lichtmess erhielten die Dienstboten den Jahreslohn in Geld und Naturalien; sie konnten sich bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber wechseln. Die Zeit bis Agatha (5. Februar) war eine Art von vertraglich gesichertem Nichtstun, das man die "Schlenklweil" nannte.

Zugleich begann um Lichtmess die Vorbereitung auf die neue Feldarbeit. Die Wetterregeln handeln von der Vorfreude auf das Frühjahr: "Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit." Hoffnung auf den Frühling macht auch, dass die Tage nun Minute um Minute deutlich länger hell bleiben - abends deutlicher zu bemerken als morgens. Ende Januar geht die Sonne zwanzig Minuten früher auf und vierzig Minuten später unter als zur Wintersonnenwende. Erst zum 12. Februar gleicht sich die Zeit an, die Abend und Morgen jeweils verlängert.

Länger hell

Eine anschauliche Regel beschreibt, wie die Tage nach dem 22. Dezember länger geworden sind: "Weihnachten um ein' Mückenschritt, Silvester um ein' Hahnentritt, Dreikönig um ein' Hirschensprung und Lichtmess um ein' ganze Stund." Der Volksmund schlägt mitunter gar einen Bogen vom Martinstag am 11. November zu Lichtmess: "Martin zünd' Licht an; Maria bläst's wieder aus."

"Mariä Lichtmess" hieß bis 1969 in der katholischen Kirche auch "Mariä Reinigung". Diese Bezeichnung knüpft an den Bericht des Lukas-Evangeliums an, nach dem Maria 40 Tage nach der Geburt Jesu ein Reinigungsopfer darbrachte, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb. Beim Evangelisten Lukas ist nachzulesen, dass sich Joseph und Maria in den Tempel begaben, um Jesus auszulösen, der als Erstgeborener Gott gehörte. Von daher kommt auch ein weiterer Name des Festes, der sich seit 1969 im katholischen Feiertagskalender findet: "Darstellung des Herrn". Aus dem Marienfest ist ein Christusfest geworden.

Darstellung des Herrn

Wie das Lukas-Evangelium berichtet, begegneten Maria und Joseph im Tempel dem greisen Simeon und der Prophetin Hannah. Der Alte stimmte ein Loblied auf das Kind an und pries es als Messias: "Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel", so wird am 2. Februar in den Gottesdiensten vorgelesen.

Seit dem 11. Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen auf. An Lichtmess wurden dann auch die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden, wie Brauchtumsexperte Manfred Becker-Huberti berichtet.

An diesem Tag fanden nach seinen Angaben früher auch Lichterumzüge der Kinder statt. Festgebäck waren die Crepes, Pfannkuchen, die im Rheinland lautmalerisch an die französische Bezeichnung erinnern: Kreppchen hießen sie hier. Seit 1997 ist der 2. Februar in der katholischen Kirche auch der "Tag des geweihten Lebens". Papst Johannes Paul II. richtete ihn als Tag des Dankes und der Bitte für Menschen ein, die sich ganz Gott zur Verfügung stellen.

Autor/in:
Christoph Arens
Quelle:
KNA