Care und Co - Eine kurze Geschichte der Nothilfe

Inhalt eines CARE-Pakets / © Gregor Fischer (dpa)
Inhalt eines CARE-Pakets / © Gregor Fischer ( dpa )

Vor 75 Jahren, am 9. Mai 1946, kamen die ersten Care-Pakete in Europa an. Mit Lebensmittel- und Sachspenden wollte ein Zusammenschluss von mehreren US-Hilfsorganisationen unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Not der Menschen in Europa lindern. Allein in Deutschland sicherten zehn Millionen Care-Pakete das Überleben. Insgesamt brachte Care 100 Millionen Pakete nach Europa auf den Weg. 1960 lief die Aktion für Deutschland aus.

Direktes Vorbild für die Initiative waren die "Quäkerspeisungen", die der spätere US-Präsident Herbert Clark Hoover (1874-1964) nach dem Ersten Weltkrieg für die Bevölkerung in Russland und Mitteleuropa organisiert hatte. Hoover selbst soll seine Landsleute ermutigt haben, auch nach dem Zweiten Weltkrieg eine ähnliche Aktion zu starten.

Der Chef der Aufsichtsbehörde für Kriegshilfe beim US-Präsidenten, Arthur Ringland (1882-1981), sowie Lincoln Clark (1911-1988) von der Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen UNRRA griffen den Impuls auf. Angeblich kam Lincolns Frau Alice beim Bügeln auf das Kürzel Care, das im englischen "Sorge tragen, sich kümmern" bedeutet - und zugleich für "Cooperative for American Remittances to Europe" stehen sollte.

Heute unterstützen die Notleidenden von einst hilfsbedürftige Menschen in anderen Teilen der Welt. Seit 1980 gibt es einen deutschen Ableger von Care. Dessen Slogan lautet: "die mit dem Care-Paket". (KNA, 03.05.2020)