Zyperns Erzbischof beurlaubt ungeimpfte Priester

Unerhörter Ungehorsam

Das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche Zyperns, Erzbischof Chrysostomus II., hat mit Wirkung von Dienstag zwölf Priester beurlaubt, die seinem Aufruf zu einer Impfung gegen das Coronavirus nicht gefolgt sind.

Spritze mit einer Impfdosis gegen das Coronavirus (KNA)
Spritze mit einer Impfdosis gegen das Coronavirus / ( KNA )

Morddrohungen gegen Pfarrerin aus Herne

Eine Pfarrerin aus Herne, die parallel zu Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen samstags regelmäßig Friedensgebete organisiert, hat Todesdrohungen erhalten. Der Staatsschutz ermittle nach zwei Vorfällen gegen unbekannt, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit. Die Evangelische Kirche im Rheinland verurteilte die Drohungen scharf. "Wir stehen in uneingeschränkter Solidarität hinter unserer Kollegin und Schwester in Christus und an der Seite aller Menschen, die gegen Hass und Gewalt Position beziehen", hieß es in einer Solidaritätserklärung der Landessynode 2022.

 (DR)

Die Beurlaubung gilt zunächst für drei Monate, berichtete das Nachrichtenportal "OrthodoxTimes" am Montag.

Von den 123 Priestern des Erzbistums Zypern seien 27 nicht geimpft, berichtet das Portal unter Berufung auf das staatliche zyprische Fernsehen "RIK". Bei 15 von ihnen seien medizinische Gründe gegen eine Impfung festgestellt worden. Den Ungehorsam der zwölf verbleibenden Priester bezeichnete er als unerhört und betonte, die Disziplinarstrafe könne verlängert oder die Priester könnten ihres Amtes enthoben werden.

Chrysostomus II. erklärte laut Bericht, Priester verleiteten Gläubige dazu, sich ebenfalls nicht impfen zu lassen. Anfang Januar hatte der Erzbischof laut Medienberichten seinen Klerus zur Impfung bis spätestens 15. Januar aufgerufen. - Strafen für ungeimpfte Kleriker werden in der Orthodoxen Kirche inzwischen häufiger angedroht bzw. ausgesprochen.

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