Letztes Beethovenfest unter Nike Wagner zieht positive Bilanz

Zum Finale die "Auferstehungssymphonie"

Das Beethovenfest Bonn zieht eine positive Bilanz für seine letzte Spielzeit unter Leitung von Intendantin Nike Wagner. Knapp die Hälfte der Veranstaltungen waren aus verkauft und auch das Streaming-Angebot habe großen Zuspruch gefunden.

Figur von Beethoven / © Rolf Vennenbernd (dpa)
Figur von Beethoven / © Rolf Vennenbernd ( dpa )

Nach dem pandemiebedingten Ausfall der Saison 2020 kamen in den vergangenen drei Wochen etwa 12.200 Besucher zu den 53 Konzerten des Hauptprogramms, wie die Organisatoren am Freitagabend in Bonn mitteilten. Ausverkauft war knapp die Hälfte der Veranstaltungen, im Schnitt lag die Auslastung bei 84 Prozent.

Nach der coronabedingten Pause sei die Lust auf Kultur deutlich zu spüren gewesen, hieß es. Den Hygieneregeln wurde gerne gefolgt, der notwendig gewordene Neustart des Kartenvorverkaufs war bereitwillig angenommen worden.

Ursprünglich hatte das Festival den Höhepunkt des Festjahres zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens (1770-1827) bilden sollen. Dank der Förderung durch die Beethoven-Jubiläums-Gesellschaft BTHVN2020 und ihrer Partner konnten maßgebliche Teile der Veranstaltungen in diesem Jahr stattfinden, wie es hieß.

Musikalisches Finale mit der "Auferstehungssymphonie"

Großen Zuspruch fand demnach auch das neue Streaming-Programm in Kooperation mit der Deutschen Welle mit einem weltweit abrufbaren digitalen Konzert-Angebot. So erzielten die sieben auf dem YouTube-Kanal DW Classical Music gestreamten Festivalkonzerte rund 130.000 Aufrufe. Darüber hinaus seien zahlreiche Konzerte über die Deutsche Welle weltweit im Radio und als Podcast zu hören. Ebenso übertrug WDR3 eine Vielzahl der Konzerte live, sendet diese zu einem späteren Zeitpunkt oder bietet sie im Internet an.

Am Freitagabend endete das dreiwöchige Festival mit Gustav Mahlers "Auferstehungssymphonie", präsentiert vom Mahler Chamber Orchester unter Leitung von Maxime Pascal. Mahlers Sinfonie Nummer zwei, die ebenso wie Beethovens Neunte einen Chorsatz hat, versteht sich als Fortführung dieses monumentalen Werks. Damit setzte das Beethovenfest, das mit der Neunten begonnen hatte, eine programmatische Klammer zum Motto "Auferstehn, ja auferstehn" aus dem Chor der Mahler-Sinfonie, das einem Gedicht von Friedrich Gottlieb Klopstock entstammt.

Nike Wagner (76) hatte erstmals 2014 das Beethovenfest geleitet. Als großer Schlusspunkt ihrer Intendanz steht am 29. Oktober im Kölner Dom eine Aufführung von Beethovens Missa solemnis zusammen mit Werken von Karlheinz Stockhausen unter Leitung von Kent Nagano auf dem Programm. Wagners Nachfolger ist der Kammermusiker und Kulturmanager Steven Walter (35).

Nike Wagner, Intendantin des Beethovenfestes / © Harald Oppitz (KNA)
Nike Wagner, Intendantin des Beethovenfestes / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA