Zentralkomitee würdigt Ackermann und hofft auf Neuanfang

"Wertschätzung, aber auch Erleichterung"

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat die Arbeit des scheidenden Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, gewürdigt. Ihm seien "entscheidende Erfolge zu verdanken".

Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht ( KNA )
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp / © Dieter Mayr (KNA)
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp / © Dieter Mayr ( KNA )

Das erklärte ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp am Donnerstag in Berlin. Der Trierer Bischof habe dazu beigetragen, dass die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) Anfang 2021 ihre Arbeit aufgenommen habe. Auch die Ausarbeitung von Präventionskonzepten trage seine Handschrift.

"Bischof Ackermann hat 2010 eine Aufgabe übernommen, um die sich mutmaßlich niemand in der Bischofskonferenz gerissen hat", sagte Stetter-Karp. Dafür zolle sie ihm "Respekt und Anerkennung".

Ackermann hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass er das Amt des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz zur Herbstvollversammlung in Fulda im September abgeben werde. Zugleich kündigte die Bischofskonferenz an, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in kirchlichen Zusammenhängen neu aufzustellen.

Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischof Stephan Ackermann / © Julia Steinbrecht ( KNA )

"Anforderungen immer weiter gestiegen"

Das ZdK habe diese Entscheidung "mit Wertschätzung, aber auch Erleichterung" wahrgenommen, so Stetter-Karp weiter. "Im Verlauf der Jahre sind die Anforderungen immer weiter gestiegen. Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals hat sich als eine sehr komplexe Aufgabe erwiesen."

Fehler Ackermanns der jüngeren Zeit - wie die Nennung des Klarnamens einer Betroffenen in einer Sitzung vor rund 40 Mitarbeitern des Bistums - machten deutlich, dass ein Neuanfang wichtig sei, betonte die ZdK-Präsidentin. So könne die Kirche unter Beweis stellen, dass sie aus Fehlern gelernt habe.

Ausdrücklich zu begrüßen sei deswegen die Ankündigung der Bischofskonferenz, mit dem Rückzug von Ackermann auch den Aufgabenbereich der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in kirchlichen Zusammenhängen neu aufzustellen, sagte Stetter-Karp.

"Ich verstehe darunter, dass die Konsequenzen aus der MHG-Studie von 2018 noch klarer gezogen werden", erklärt Stetter-Karp. Dass die Bischofskonferenz angekündigt habe, Bischof Ackermann bleibe bis September dieses Jahres im Amt, heiße hoffentlich, dass bis zu diesem Zeitpunkt das neue Konzept strukturell und personell stehe, so Stetter-Karp. "Es wäre nicht auszudenken, wenn die Aufgabe über einen längeren Zeitraum brach läge."

Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist das höchste repräsentative Gremium des deutschen Laien-Katholizismus. Es vertritt die katholischen Laien bei der gesellschaftlichen Meinungsbildung und ist das von der Bischofskonferenz anerkannte Organ zur Koordinierung des Laienengagements in der Kirche. Allerdings melden sich immer wieder auch einige katholische Laien und Vereinigungen zu Wort, die das ZdK nicht als ihre Vertretung verstehen.

Das Kreuz des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)  / © Harald Oppitz (KNA)
Quelle:
KNA