Kölner Kirchen geben Predigtimpulse gegen Antisemitismus

Zeichen gegen Judenhass und Hetze

​Evangelische und katholische Kirchen in Köln wollen in Gottesdiensten am vierten Advent und an den Weihnachtstagen Stellung gegen Antisemitismus beziehen. Sie wollen ihre Stimmen nicht nur erheben, wenn es zu einem Vorfall gekommen ist.

Dem Antisemitismus vorbeugen / © Peter Steffen (KNA)
Dem Antisemitismus vorbeugen / © Peter Steffen ( KNA )

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Stadtdechant Robert Kleine riefen in einem gemeinsamen Brief die Kirchengemeinden dazu auf, das Thema in Predigten, Einführungen und Fürbitten aufzugreifen, wie der evangelische Kirchenverband Köln und Region am Donnerstag mitteilte. "Wir wollen nicht mehr nur dann unsere Stimme erheben, wenn es wieder zu einem besonders schwerwiegenden Vorfall gekommen ist", heißt es in dem Brief.

Materialien mit Gottesdienst- und Predigtimpulsen

"Es ist für uns unerträglich, das sich 74 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft und der systematischen Ermordung von rund sechs Millionen Juden jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger auf unseren Straßen und Plätzen nicht sicher fühlen können und Synagogen und Gemeindehäuser von der Polizei bewacht werden müssen", schreiben Seiger und Kleine weiter.

Das katholische Stadtdekanat und der Kirchenverband stellten den Gemeinden dazu Materialien mit Gottesdienst- und Predigtimpulsen zur Verfügung, in denen an die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens erinnert wird. Die Weihnachtszeit wurde für die Aktion ausgewählt, weil in diesem Jahr das Chanukkafest als jüdisches Lichterfest nahezu zeitgleich mit Weihnachten gefeiert werde, nämlich vom 23. bis 30. Dezember.

Stadtdechant Msgr. Robert Kleine / © Tomasetti (DR)
Stadtdechant Msgr. Robert Kleine / © Tomasetti ( DR )
Quelle:
epd