Berliner Dom ruft Gläubige zu Spenden auf

"Wir stehen wirklich mit dem Rücken zur Wand"

Der Berliner Dom will mit einer Spendenkampagne die Einnahmeverluste durch die Corona-Pandemie auffangen. Durch den fast vollständigen Wegfall der Eintrittsgelder ist die evangelische Kirche in der Hauptstadt hart getroffen.

Berliner Dom / © frank_peters (shutterstock)

Das erklärte Geschäftsführer Jan Kingreen am Montag in Berlin zum Start einer Anzeigenkampagne. Um für Spenden zum Erhalt des Domes zu werben, sollen Plakate auf mehr als 500 Außenwerbeflächen im Berliner Stadtgebiet gezeigt werden.

"Wir bauen sehr auf die Spendenbereitschaft der Berlinerinnen und Berliner", erklärte Kingreen. In der aktuellen Krise funktioniere "das sonst Unabhängigkeit ermöglichende Geschäftsmodell der Finanzierung" durch Touristen nicht. Neben der Domeintrittsgebühr von sieben Euro für Erwachsene außerhalb von Gottesdiensten finanziert sich der Dom vor allem durch die Vermietung für Konzerte und andere Veranstaltungen.

Normalerweise 800.000 Besucher pro Jahr

2019 lag der Etat des Domes den Angaben nach bei 6,1 Millionen Euro. Pro Jahr werden etwa 800.000 Besucher gezählt. Die Domgemeinde trägt zudem zehn Prozent der Finanzierung der laufenden Sanierung der Hohenzollerngruft von insgesamt 17,5 Millionen Euro. Der Rest kommt von Bund und Land.

Dompredigerin Petra Zimmermann sagte RBB24, durch die aktuelle Situation seien etwa 85 Prozent der Einnahmen weggebrochen: "Wir stehen wirklich mit dem Rücken zur Wand."


Quelle:
epd