Argentinische Kirche fordert in Krise Stärkung der Familie

"Wir sind am Limit"

Die Kirche in Argentinien hat angesichts der wachsenden Armut und der gesellschaftlichen Krise in Folge der Corona-Pandemie zu einer Stärkung der Familien aufgerufen. Wenn alles in Bewegung sei, blieben die Familien das solide Fundament.

Kinder sitzen auf einer Mauer / © Ruslana Iurchenko (shutterstock)
Kinder sitzen auf einer Mauer / © Ruslana Iurchenko ( shutterstock )

Das sagte der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, laut dem Portal "Perfil" (Sonntag Ortszeit) am Rande der Feierlichkeiten zur traditionsreichen Wallfahrt in Lujan. "Hier wächst Liebe, hier ist die Kraft der Nation."

Die ansteigende Armut in Argentinien erfasst immer mehr Teile der Bevölkerung: Laut einer aktuellen Studie der Katholischen Universität von Buenos Aires sind zwei von 10 Haushalten von einer unsicheren Versorgungslage betroffen und können die eigene Nahrungsmittelversorgung nicht mehr sicherstellen. Insgesamt seien landesweit 22 Prozent der urbanen Haushalte von einer Nahrungsmittelunsicherheit betroffen.

"Wir sind am Limit"

Der Vorsitzende der argentinischen Bischofskonferenz, Bischof Oscar Ojea, hatte jüngst vor einer Zuspitzung der sozialen Situation gewarnt. "Wir sind am Limit", betonte Ojea. "Wenn die Aufmerksamkeit auf das Ausmaß der vorhandenen Not verloren geht, können wir in Situationen geraten, die außer Kontrolle geraten können."

Argentiniens linksgerichteter Präsident Alberto Fernandez hatte bei seinem Wahlsieg 2019 versprochen, die Armutsbekämpfung und den Hunger ins Zentrum seiner Politik zu stellen. Die Armutsrate ist in Folge der Corona-Pandemie allerdings stark angestiegen. Die Opposition kritisiert deshalb die Wirtschaftspolitik der Regierung.

Symbolbild Kinderarmut / © Ruslana Iurchenko (shutterstock)
Symbolbild Kinderarmut / © Ruslana Iurchenko ( shutterstock )
Proteste in Argentinien (Archiv) / © Adrian Lugones (dpa)
Proteste in Argentinien (Archiv) / © Adrian Lugones ( dpa )
Quelle:
KNA