Magdeburger Bischof "entsetzt" über Angriff auf Kippa-Träger

"Wie weit sind wir gekommen?"

Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige hat den gewaltsamen Angriff auf einen jüdischen Mann in der Stadt scharf verurteilt. "Der antisemitisch motivierte Angriff auf einen jungen Kippa-Träger in Magdeburg entsetzt mich", betonte er.

Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg / © Harald Oppitz (KNA)
Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg / © Harald Oppitz ( KNA )

"Wie weit sind wir gekommen, dass Juden in Deutschland nicht mehr in Frieden leben können?", sagte Feige am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Das "mutige Einschreiten einer Zeugin ist ein couragiertes Zeichen, dass unsere Zivilgesellschaft wachsam ist. Sie kann helfen, unsere Demokratie zu stärken und ihre rechtlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften zu verteidigen, damit in Deutschland ein Jeder und eine Jede ihre Religion ohne Angst ausüben kann", betonte Feige.

Angriff von einer Gruppe junger Männer

In der Innenstadt hatte eine Gruppe junger Männer am Mittwochnachmittag einen Mann mit Kippa angegriffen. Dabei wurde dem 22-jährigen Magdeburger "unter Gewaltanwendung die Kippa vom Kopf gerissen", wie die Polizei bestätigte. Der Mann sei geschlagen und dabei leicht im Gesicht verletzt worden. Eine Zeugin schritt ein. Die Gruppe junger Männer flüchtete daraufhin.

"Wir gehen nach jetzigem Kenntnisstand davon aus, dass der Angriff antisemitisch motiviert war", erklärte eine Polizeisprecherin. "Die Kippa war Stein des Anstoßes, auf diese hatte die Gruppe es klar abgesehen." Um die religiöse Kopfbedeckung sei es auch im weiteren Wortwechsel gegangen. Laut Zeugenaussagen sollen die Männer zwischen 18 und 25 Jahre alt sein, arabisch aussehen und dunkel gekleidet gewesen sein. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Mann mit Kippa in einer deutschen Innenstadt / © Harald Oppitz (KNA)
Mann mit Kippa in einer deutschen Innenstadt / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA
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