Weltsynode soll Erfahrung der Orthodoxie nutzen

Konferenz in Rom

Im Zuge der katholischen Weltsynode zum Thema Synodalität soll auch die Stimme der Orthodoxie eingeholt werden. "Auf den Osten hören - Synodalität in Leben und Mission der orthodoxen Kirche" lautet der Titel einer Konferenz in Rom.

Russisch-Orthodoxe Kirche in Wiesbaden / © EWY Media (shutterstock)
Russisch-Orthodoxe Kirche in Wiesbaden / © EWY Media ( shutterstock )

Die Konferenz, die vom 2. bis 5. November in Rom stattfindet, wird von der auf den christlichen Ost-West-Dialog spezialisierte Stiftung "Pro Oriente" gemeinsam mit der Päpstlichen Dominikaner-Universität Angelicum organisiert.

Erwartet werden 80 bis 100 Teilnehmer, davon drei Viertel Vertreter fast aller orthodoxen Kirchen. Die Konferenz sei als Konsultation in die zweite, internationale Phase des synodalen Prozesses der katholischen Kirche einbettet, teilte die in Wien ansässige Stiftung mit.

Auf orthodoxe Stimmen hören 

Die Konferenz wolle auf orthodoxe Stimmen zum Thema Synodalität hören und lernen, welche Theologien von Synodalität und welche Ausdrücke derselben im praktischen Leben der Kirchen in ihr bewahrt worden sind oder sich entwickelt haben.

Bernd Mussinghoff, Generalsekretär PRO ORIENTE, Wien, und ehemals Repräsentant des Deutschen Vereins vom Heiligen Land in Jerusalem vor der Kulisse der Altstadt (KNA)
Bernd Mussinghoff, Generalsekretär PRO ORIENTE, Wien, und ehemals Repräsentant des Deutschen Vereins vom Heiligen Land in Jerusalem vor der Kulisse der Altstadt / ( KNA )

Man könne "sicher sagen, dass in den orthodoxen Kirchen eine stärkere synodale Prägung zu verzeichnen ist, als wir sie in der katholischen Kirche gegenwärtig haben", sagte Pro-Oriente-Generalsekretär Bernd Mussinghoff der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

So könne der Patriarch einer autokephalen orthodoxen Kirche deutlich weniger Entscheidungen allein treffen als der römische Papst. Der Patriarch sei viel stärker an Entscheidungen des Heiligen Synods gebunden, aber mitunter auch an Entscheidungen anderer synodaler Gremien, in denen auch Laien (Frauen wie Männer) vertreten sein könnten. Diese hätten nicht nur beratende, sondern beschlussfassende Posten.

Austausch über Beteiligung von Frauen?

Sinnvoll könnte ein vertiefter ökumenischer Austausch über die Frage der Beteiligung von Frauen am kirchlichen Amt aber auch an kirchlichen Entscheidungsfindungsprozessen sein, sagte Mussinghoff. "So ist in der orthodoxen Kirche der Diakonat der Frau zwar über viele Jahrhunderte hinweg keine gängige Praxis mehr gewesen, formell abgeschafft wurde er aber nie."

Dies habe ermöglicht, dass vor wenigen Jahren im für ganz Afrika zuständigen Patriarchat von Alexandria mehrere Frauen zu Diakoninnen geweiht worden seien - ohne dass dies des Beschlusses etwa eines pan-orthodoxen Konzils bedurft hätte.

Weltsynode 2021-2024

Papst Franziskus hat am 9. Oktober 2021 einen weltweiten synodalen Prozess der katholischen Kirche eröffnet. In dem zunächst auf zwei, mittlerweile auf drei Jahre angelegten mehrstufigen Dialog soll die Kirche vor allem einen anderen Umgangsstil einüben. Dabei geht es zunächst darum, einander und anderen genauer zuzuhören. So soll die Kirche nach Wunsch des Papstes besser erkennen, welchen Herausforderungen sie sich stellen muss und wie sie - Gottes Willen entsprechend - damit umgeht.

Papst Franziskus hält die Hand ans Ohr / © Paul Hering (KNA)
Papst Franziskus hält die Hand ans Ohr / © Paul Hering ( KNA )
Quelle:
KNA