Weltkirchenrat fordert unabhängige Untersuchung in Minneapolis

Anteilnahme mit den Familien der Opfer

Nach der Erschießung eines Zivilisten hat sich der Weltkirchenrat bestürzt über die Gewalt im Zusammenhang mit Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE geäußert. Generalsekretär Jerry Pillay forderte eine unabhängige Untersuchung.

Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE / © Nam Y. Huh/AP (dpa)
Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE / © Nam Y. Huh/AP ( dpa )

"Der Weltkirchenrat ist zutiefst alarmiert über die eskalierende Gewalt in Gebieten, in die US-Bundesbehörden zur Einwanderungs- und Zollkontrolle (ICE) sowie Grenzschutzagenten entsandt wurden, insbesondere derzeit in Minneapolis", heißt es in einer am Sonntagabend verbreiteten Erklärung. 

Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der tödlichen Vorfälle 

Generalsekretär Jerry Pillay forderte eine unabhängige Untersuchung der tödlichen Vorfälle und drängte auf Rechenschaftspflicht für mögliche Verbrechen. Zugleich betonte der internationale Kirchenbund seine Anteilnahme mit den Familien der Opfer und sein Eintreten für die Achtung der Menschenwürde. 

Minneapolis: Menschen protestieren gegen die US-Einwanderungsbehörde (ICE) / © Yuki Iwamura/AP (dpa)
Minneapolis: Menschen protestieren gegen die US-Einwanderungsbehörde (ICE) / © Yuki Iwamura/AP ( dpa )

In Minneapolis hatten Bundesbeamte der US-Einwanderungsbehörden innerhalb weniger Wochen bei zwei Einsätzen tödliche Schüsse auf Zivilpersonen abgegeben, was landesweit Empörung auslöste. Am 7. Januar war die 37-jährige Renée Good von einem ICE-Agenten erschossen worden. 

Am Samstag wurde der 37-jährige Intensivpfleger Alex Pretti während eines ICE-Einsatzes von einem Grenzschutzbeamten getötet. In beiden Fällen sprach das US-Heimatschutzministerium zunächst von "Notwehr", doch Augenzeugen- und Videoaufnahmen stellen diese Darstellung infrage.

Weltkirchenrat

Dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), auch Weltkirchenrat genannt, gehören derzeit 356 protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie kirchliche Gemeinschaften in rund 140 Ländern an. Sie repräsentieren weltweit mehr als 500 Millionen Christen. Der Weltbund wurde am 23. August 1948 in Amsterdam gegründet. Er hat seinen Sitz in Genf.

Kapelle des Weltkirchenrats / © Bernhard Raspels (KNA)
Kapelle des Weltkirchenrats / © Bernhard Raspels ( KNA )
Quelle:
epd