Nach einem tödlichen Einsatz von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde in Minneapolis hat der katholische Erzbischof von Saint Paul und Minneapolis zu Besonnenheit aufgerufen.
"Wir leben in diesem Land weiter in einer Zeit, in der wir die Schärfe der Rhetorik dämpfen, angstgetriebene Spekulationen beenden und beginnen müssen, alle Menschen als nach dem Abbild Gottes geschaffen zu sehen", erklärte Erzbischof Bernard Hebda am Mittwochabend. Das gelte für Migranten ebenso wie für gewählte Amtsträger und für jene, die mit der Durchsetzung der Gesetze betraut sind.
Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums hatten Demonstranten die Arbeit von Einwanderungs-Beamten blockiert. Darunter sei auch eine Frau gewesen, die die Beamten belästigt und behindert haben soll. Demnach habe sie versucht, mit ihrem Fahrzeug zu fliehen, woraufhin ein Beamter das Feuer eröffnete.
Bürgermeister: Beamte sollen gehen
Die Ermittlungen übernahmen mehrere Strafverfolgungsbehörden, darunter die Bundespolizei FBI und das Minnesota Bureau of Criminal Apprehension. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, forderte die Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde unterdessen über Soziale Medien auf, die Stadt umgehend zu verlassen.
Erzbischof Hebda mahnte zudem eine umfassende politische Lösung an. Die USA müssten als Nation zusammenkommen und eine tragfähige Einwanderungsreform verabschieden. "Je länger wir uns weigern, dieses Thema auf politischer Ebene anzugehen, desto spaltender und gewalttätiger wird es", erklärte er.