Welthungerhilfe appelliert an Teilnehmer beim Klimadialog

Reiche Länder in der Pflicht

Die Hilfsorganisation Welthungerhilfe sieht beim Klimaschutz vor allem reiche Staaten in der Pflicht zu handeln. Bis 2025 müsse eine Verdopplung der Finanzierung angestrebt werden. Lob gab es für einen Klimarisiko-Schutzschirm.

Spielende Kinder vor Windrädern / © thelamephotographer (shutterstock)
Spielende Kinder vor Windrädern / © thelamephotographer ( shutterstock )

"Zumindest die reichen Staaten müssen sich verpflichten, die zusätzlichen energiepolitischen Herausforderungen, die durch den Ukraine Krieg entstanden sind, nicht mit weiteren Subventionen in fossile Energien aufzufangen", sagte Michael Kühn, Klimareferent der Welthungerhilfe den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Petersberger Klimadialog / © Christoph Soeder (dpa)
Petersberger Klimadialog / © Christoph Soeder ( dpa )

Industriestaaten müssen Klima- und Anpassungsfinanzierung sichern die damit verbundene Zusage von 100 Milliarden Dollar pro Jahr ab sofort umsetzen.

Lob für Klimarisiko-Schutzschirm

Einen Klimarisiko-Schutzschirm, wie er von Deutschland beim Petersberger Klimadialog vorgestellt wird, begrüße die Welthungerhilfe. "Voraussetzung ist, er kommt den verwundbarsten Ländern zugute", sagte Kühn. "Für bereits entstandene und nicht mehr vermeidbare Schäden muss es aber eine finanzielle Ausgleichsregelung geben."

Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock beim Petersberger Klimadialog / © Christoph Soeder (dpa)
Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock beim Petersberger Klimadialog / © Christoph Soeder ( dpa )

Am Montag hatte der Petersberger Klimadialog in Berlin getagt. Dabei bereiten diesmal Minister aus rund 40 Staaten die jährlichen UN-Klimakonferenzen (COP) vor. Der "COP27" im November 2022 im ägyptischen Sharm El-Sheikh statt.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) warb bei dem Treffen dafür, den Klimaschutz als weltumspannendes Modernisierungsprogramm anzugehen.

Scholz will an 1,5-Grad-Ziel festhalten

Dazu gehörten Elektromobilität, CO2-neutrale Baustoffe, grüner Wasserstoff, hochleistungsfähige Windräder und Solaranlagen sowie klimafreundliche Güterströme.

Zudem verkündete Scholz, trotz der drohenden Energieengpässe in Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine am 1,5-Grad-Ziel bei der Erderwärmung festhalten zu wollen. Der steigende Anteil der Kohleverstromung sei eine "zeitlich eng befristete Notmaßnahme", ebenso wie die Investitionen in die Gasinfrastruktur.

Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, forderte in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag) Finanzierungszusagen der Bundesregierung, um schwächeren Ländern beim Kohleausstieg zu helfen.

Ottmar Edenhofer / © Cristian Gennari (KNA)
Ottmar Edenhofer / © Cristian Gennari ( KNA )

Nichtregierungsorganisationen äußerten sich enttäuscht über das Treffen. Oxfam Deutschland vermisste neue Impulse zur Bewältigung der Klimakrise. Germanwatch verlangte von der EU und Großbritannien, ihre Gasinvestitionen zu prüfen, um das 1,5-Grad-Ziel nicht zu gefährden.

Klimawandel

Allgemein bezeichnet der Begriff Klimawandel die Abkühlung oder Erwärmung des Klimas auf der Erde über einen langen Zeitraum. Natürliche Änderungen im Klima hat es immer schon gegeben. Seit etwa 1850, dem Beginn der industriellen Revolution, steigt die globale Durchschnittstemperatur allerdings vergleichsweise schnell.

Symbolbild Klimawandel / © Seamind 224 (shutterstock)
Quelle:
KNA