Was wurde bei der vierten Synodalversammlung beschlossen?

Die Voten des Synodalen Wegs im Überblick

Bei der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt haben die Teilnehmenden weitere Beschlüsse zu Reformen in der katholischen Kirche gefasst. Dies sind die wesentlichen Inhalte und Abstimmungsergebnisse im Überblick.

Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner (SW)
Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner ( SW )

Insgesamt berieten die gut 200 Delegierten der vierten Synodalversammlung von Donnerstag bis Samstag über 8 Papiere, ursprünglich waren 14 vorgesehen. Vier Texte wurden in Zweiter Lesung verabschiedet; einer scheiterte an einer Sperrminorität von Bischöfen. Drei Texte standen in Erster Lesung zur Debatte und sind deswegen noch nicht beschlossen, auch wenn die jeweiligen Abstimmungsergebnisse Rückschlüsse auf die grundsätzliche Akzeptanz der jeweiligen Anliegen erlauben.

Verabschiedet in Zweiter Lesung wurden das Grundsatzpapier zur Rolle der Frauen in der Kirche, der Handlungstext zur Neubewertung von Homosexualität, der Handlungstext zur Grundordnung des kirchlichen Dienstes und der Handlungstext, der die Weichen für die Einrichtung eines neuen bundesweiten Beratungs- und Leitungsorgans stellt. Dafür war in allen Fällen jeweils eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Delegierten und eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Bischöfe erforderlich.

Der Grundtext des Forums "Frauen" erreichte eine Zustimmung von 91,92 Prozent bei allen Delegierten und von 81,82 Prozent bei den Bischöfen. Beim Handlungstext zur Neubewertung von Homosexualität lag die Zustimmung bei 92,39 beziehungsweise 83,33 Prozent. Beim Handlungstext zur Grundordnung des kirchlichen Dienstes waren es 95,63 beziehungsweise 93,33 Prozent. Für den Handlungstext zur Einrichtung eines Synodalen Ausschusses votierten 92,78 Prozent der Delegierten und 87,76 Prozent der Bischöfe.

In Zweiter Lesung abgelehnt wurde das Grundsatzpapier für eine Liberalisierung der katholischen Sexuallehre. Der Text scheiterte an der Sperrminorität der Bischöfe. Während mit 82,8 Prozent die erforderliche Zweidrittelmehrheit aller anwesenden Synodalen deutlich erreicht wurde, erhielt das Papier bei den Bischöfen keine Zweidrittelmehrheit. Von ihnen stimmten 33 (61 Prozent) für den Text, 21 dagegen, drei enthielten sich.

Das Forum zu priesterlichem Leben stellte einen Handlungstext mit dem Titel "Enttabuisierung und Normalisierung - Voten zur Situation nicht-heterosexueller Priester" zur Abstimmung in Erster Lesung: Dafür sprachen sich 90,56 Prozent der Teilnehmenden aus.

Das Forum zu Sexualität brachte einen Handlungstext zum "Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt" in Erster Lesung ein. Dafür sprachen sich 94,51 Prozent der Teilnehmenden aus.

Aus dem Forum zur Rolle der Frauen kam noch in Erster Lesung der Handlungstext "Verkündigung des Evangeliums durch Frauen in Wort und Sakrament" zur Abstimmung. Hinter das Papier stellten sich 91,37 Prozent der Synodalen.

Einen Handlungstext, der die Schaffung von Synodalen Räten auf Bistumsebene vorschlägt, zog das zuständige Forum "Macht" vorerst zurück. Er wurde damit noch nicht in Zweiter Lesung beraten.

Synodaler Weg

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien.

In ihrem Reformdialog auf dem Synodalen Weg wollen die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten.

Ausgangspunkt ist eine jahrelangen Kirchenkrise, die der Missbrauchs-Skandal verschärft hat.

Logo Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht (KNA)
Logo Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Quelle:
KNA