Kirchliches Ethik-Institut hält Proteinimpfstoff für ethisch vertretbar

Verweis auf Richtlinie des Vatikan

Das Wiener kirchliche Bioethik-Institut IMABE hat den in der EU zugelassenen Proteinimpfstoff Novavax als ethisch vertretbar eingestuft. Anders als bei Vektorimpfstoffen würden keine menschlichen Zelllinien in der Herstellung verwendet.

Corona-Impfstoff von Novavax / © Alastair Grant (dpa)
Corona-Impfstoff von Novavax / © Alastair Grant ( dpa )

Vielmehr kämen sie nur in der Testphase zur Anwendung, heißt es in einer Stellungnahme des Instituts, aus der der Pressedienst Kathpress zitiert.

Besonderes Augenmerk habe dabei auf der Frage nach dem Einsatz von Zellkulturen aus humanen Zelllinien bei der Entwicklung, Herstellung oder Testung der Impfstoffe gegen das Coronavirus gelegen. Da diese auf Gewebe von menschlichen Föten zurückgehen, die vor Jahrzehnten abgetrieben wurden, habe dies in manchen Kreisen zu einer Verunsicherung geführt, ob die Verwendung dieser Impfstoffe ethisch vertretbar sei, so IMABE.

Novavax entspreche in diesem speziellen Punkt den gängigen mRNA-Impfstoffen. Katholiken dürften alle als klinisch sicher und wirksam anerkannten COVID-Impfstoffe in Anspruch nehmen und müssten sie nicht aus Gewissensgründen meiden, erklärt das Institut.

Maßgebliche Richtlinie des Vatikan

IMABE verweist dabei auch auf eine maßgebliche Richtlinie des Vatikan: Im Dezember 2020 hatte die römische Glaubenskongregation alle derzeit anerkannten Covid-Impfstoffe als "sicheren Gewissens" verwendbar bezeichnet. Die Inanspruchnahme einer solchen Impfung bedeute weder direkt noch indirekt eine "formale Mitwirkung an der Abtreibung", aus der die bei den Impfstoffen verwendeten Zellen stammten.

Diese Position sei nicht neu, betont IMABE, sondern vom Vatikan schon 2005 und 2008 in Hinblick auf andere Impfstoffe wie etwa gegen Masern-Mumps-Röteln, Tollwut und Windpocken vertreten worden.

Begründet wird diese Einschätzung seitens der Glaubenskongregation damit, dass die derzeit zugelassenen Corona-Impfstoffe weder Zellen abgetriebener Föten noch sonstige Bestandteile wie etwa DNA oder RNA von diesen enthalten und auch keine weiteren Abtreibungen voraussetzen.

Die eingesetzten Zelllinien stammen vielmehr aus Föten, die in der Zeit zwischen 1960 und 1985 abgetrieben wurden, seither wurden sie im Labor kontinuierlich vermehrt. Die Embryonen, aus denen diese Zelllinien stammen, wurden nicht eigens dafür abgetrieben, weshalb die Glaubenskongregation in Summe keinen Kausalzusammenhang zu Abtreibungen erkenne.

Quelle:
KNA