"Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Nuntius," sagte Kölns Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki auf DOMRADIO.DE-Anfrage. Erzbischof van Megen bringe von seinen bisherigen Stationen viel Erfahrung mit, um seinen Dienst als Apostolischer Nuntius in Deutschland segensreich auszuüben. "Dafür wünsche ich ihm von Herzen gutes Gelingen und Gottes Segen.“
Gleichzeitig dankte Woelki dem scheidenden Nuntius Eterovic, der im Januar seinen 75. Geburtstag beging. Eterovic sei in den vergangenen zwölf Jahren stets "ein verlässlicher Partner und eine starke Stimme des Papstes in Deutschland" gewesen. "Ich erinnere mich besonders gerne an seinen Besuch bei kommt & seht, unserer eucharistischen Konferenz hier in Köln im vergangenen Jahr. Für seinen wohlverdienten Ruhestand wünsche ich ihm Gottes Segen."
DBK-Vorsitzender begrüßt neuen Nuntius
In einem Brief begrüßte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, den künftigen Nuntius in Deutschland, Erzbischof van Megen: "Wir heißen Sie von ganzem Herzen willkommen und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit im Weinberg des Herrn. Gerne werden wir Sie in dieser Arbeit unterstützen, um die Brücken und das gegenseitige Vertrauen zwischen Rom und unserer Ortskirche fortzusetzen", so Bischof Wilmer.
"Ihre langjährige Erfahrung in der vatikanischen Diplomatie, gerade in Krisenregionen wie dem Sudan, dem Südsudan und Eritrea, zeigt, dass Sie eine Persönlichkeit sind, die furchtlos und überzeugt das Evangelium verkündet und den Dialog sucht. Dieses internationale Wirken wird Ihnen für den Dienst in unserem Land eine große Hilfe sein."
Dank an Erzbischof Eterović
Auch der DBK-Vorsitzende dankte Erzbischof Nikola Eterović für seinen engagierten Dienst, der ihn zu einem wichtigen Gewährsmann mit hoher Kontinuität habe werden lassen, womit sich eine eindrucksvolle Bilanz verbinde: "Sie haben in Ihrer Amtszeit in Deutschland zwei Bundespräsidenten, drei Bundeskanzler, fünf Katholikentage, einen ökumenischen Kirchentag und vier Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz erlebt. Außerdem sind allein in Ihrer Wirkungszeit 18 Diözesanbischöfe in Deutschland ernannt worden. Viele bilaterale Verträge einzelner Bundesländer mit dem Heiligen Stuhl konnten Sie in der Entstehung begleiten und mitunterzeichnen," erklärte Bischof Heiner Wilmer.
Bischof Wilmer würdigte außerdem die wertschätzende Arbeit des Nuntius: "Von vielen Botschaftern anderer Länder weiß ich, wie sehr man Ihre herzliche und verbindliche Art schätzt, und nicht selten konnten Länder ihre Ansichten zu politischen Umwälzungen in ihrer Heimat bei Ihnen platzieren. Ich denke hier an die Ukraine, der Sie – auch in Ihrer früheren Verantwortung als Nuntius in Kiew - eng verbunden sind, ich denke aber auch an den Nahen Osten und viele afrikanische Länder."
Dank auch für kritische Worte des Vorgängers
Die Nuntiatur, so Bischof Wilmer, habe Nuntius Eterović zu einem Ort der Begegnung gemacht. Vor allem sei er nicht nur in Berlin geblieben, sondern vielfach durch die Bundesrepublik Deutschland gereist: "So waren Sie häufig Gast bei Wallfahrten und besonderen Gottesdiensten. Zahlreiche Gedanken haben Sie stets durch Ihre Grußworte bei Bischofsweihen und Amtseinführungen, Katholikentagen und eben unseren Vollversammlungen vermittelt; dass Sie mancher Entwicklung der katholischen Kirche in Deutschland kritisch gegenüberstehen, wurde darin deutlich. Umso mehr weiß ich zu schätzen, dass Sie bei aller verständlichen kritischen Distanz zum Synodalen Weg der Kirche in unserem Land diesen Weg durch Ihre persönliche Präsenz mit begleitet haben. Dafür möchte ich Ihnen ausdrücklich danken."
Bischof Wilmer fügte hinzu: "Durch Ihren Dienst in unserem Land machen Sie deutlich, dass der Heilige Stuhl als völkerrechtliches Subjekt in der Politik und in der Gesellschaft präsent ist. Und das trägt zu einer guten Stabilisierung des Staat-Kirche-Verhältnisses bei. Mit Ihnen dürfen wir eine Persönlichkeit erleben, die die diskrete vatikanische Diplomatie repräsentiert und mit Leben füllt."
Vatikan-Journalistin schätzt Sprachtalent des neuen Nuntius
Als einen "humorvollen und kritischen Kirchenmann" würdigt die Vatikan-Journalistin Gudrun Sailer den neuen Nuntius. Die Redakteurin von Vatican News hatte in den vergangenen Jahren des Öfteren in Interviews mit van Megen zu tun, der zuletzt als Vatikandiplomat für Kenia und den Südsudan wirkte. Sailer sieht in van Megen einen "hervorragenden Beobachter und Diplomaten, der Problemfelder gut identifizieren kann und trotzdem konziliant bleibt."
Besonders schätze sie als Journalistin das Sprachtalent des niederländischen Erzbischofs, der nicht nur seine Muttersprache und Deutsch fließend beherrsche, sondern auch Englisch, Französisch und Italienisch. "Vor allem glaube ich, er wird auch auf einer persönlichen Ebene gut mit dem neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, zusammenarbeiten können. Das sind beides Bischöfe mit einem Weitwinkelblick."