Vatikan prüft Teilnahme an Trumps Friedens-Rat für Gaza

Einladung erhalten

Mit einem "Board of Peace" will US-Präsident Trump die zweite Phase seiner Nahost-Friedensinitiative mitsamt Wiederaufbauplänen verwirklichen. Daran teilnehmen soll auch der Vatikan. Der Papst prüft offenbar das Angebot.

Gaza: Palästinenser tragen Säcke mit Mehl weg, während andere vor einer vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) eingerichteten Verteilerstelle in Gaza-Stadt warten / © Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire (dpa)
Gaza: Palästinenser tragen Säcke mit Mehl weg, während andere vor einer vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) eingerichteten Verteilerstelle in Gaza-Stadt warten / © Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire ( dpa )

Papst Leo XIV. prüft nach den Worten von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Einladung von US-Präsident Donald Trump, an der Stabilisierung des Nahost-Friedens mitzuwirken. Am Rande einer Veranstaltung an der Päpstlichen Universität Antonianum bestätigte der Kardinal am Mittwochnachmittag auf Journalistenfragen eine entsprechende Einladung Trumps.

Generalaudienz im Papst Leo XIV. / © Gregorio Borgia (dpa)
Generalaudienz im Papst Leo XIV. / © Gregorio Borgia ( dpa )

Er führte aus, dass der Heilige Stuhl sich wegen fehlender Kapazitäten nicht an der wirtschaftlichen Seite des Friedensplans mit einem Beitrag zum Wiederaufbau im Gazastreifen beteiligen könne. Deshalb sei vor einer Antwort eine längere Prüfung erforderlich. Der Vatikan sei in dieser Hinsicht in einer besonderen Situation, die zusätzliche Abwägungen erfordere.

"Papst hat die Einladung erhalten"

Wörtlich sagte die Nummer zwei im Vatikan: "Der Papst hat die Einladung erhalten, und wir sehen, was wir machen können, wir prüfen das. Ich glaube, das ist eine Frage, die vor einer Antwort etwas Zeit erfordert." Zugleich erinnerte Parolin daran, dass auch Italien eine Mitwirkung prüfe. In der jüngeren Vergangenheit haben Italien und der Heilige Stuhl ihre diplomatischen Bemühungen häufiger aufeinander abgestimmt. Papst Leo XIV. hatte unlängst bei seiner Ansprache an das Diplomatische Corps die große Nähe zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl besonders hervorgehoben.

Die aktuellen Spannungen zwischen den USA und der EU kommentierte der Kardinalstaatssekretär laut einem Bericht der Tageszeitung "La Repubblica" bei gleicher Gelegenheit mit den Worten: "Sie sind nicht heilsam und schaffen ein Klima, das eine ohnehin angespannte internationale Situation noch weiter erschwert. Ich glaube, es ist wichtig, diese Spannungen zu überwinden. Man muss über die kontroversen Punkte diskutieren, aber nicht auf Polemiken oder Spannungen setzen."

Zu Trumps kritischen Äußerungen über Europa beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos bemerkte Parolin: "Das ist ein Standpunkt. Es genügt, das Völkerrecht zu respektieren, ich glaube, das ist das Wichtigste jenseits der persönlichen Sichtweisen, die legitim sind."

Vatikandiplomatie

Der Heilige Stuhl unterhält derzeit diplomatische Beziehungen zu 183 Staaten weltweit. Hinzu kommen die EU und der Souveräne Malteserorden. 88 Staaten sowie die EU und der Malteserorden lassen ihre Botschafter beim Heiligen Stuhl in Rom residieren. Ferner sind die Arabische Liga, die Internationale Organisation für Migration und das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR mit eigenen Gesandten beim Vatikan vertreten.

Vatikanflagge zwischen USA-Flaggen / © Michael Reynolds (dpa)
Vatikanflagge zwischen USA-Flaggen / © Michael Reynolds ( dpa )
Quelle:
KNA