Vatikan nimmt erstmals an Rad-WM teil

"Wunderbare Teamarbeit"

Premiere im gelb-weißen Trikot: Ab diesen Sonntag nimmt im australischen Wollongong erstmals ein Vatikan-Team an einer Rad-WM teil. Angeführt wird die Gruppe der "Athletica Vaticana" von einem Radsportprofi aus den Niederlanden.

Athleten des Sportvereins des Vatikans "Athletica Vaticana" / © Cristian Gennari (KNA)
Athleten des Sportvereins des Vatikans "Athletica Vaticana" / © Cristian Gennari ( KNA )

Der 40 Jahre alte Radsportprofi Rien Schuurhuis aus den Niederlanden führt das vatikanische Team an, wie das Portal Vatican News (Dienstag) berichtet. Seit 2020 mit seiner Familie in Rom, lobt Schuurhuis eine "wunderbare Teamarbeit" in seiner Gruppe.

Radsport und Sport im Allgemeinen seien für ihn an seinen Wohnorten immer "ein großartiges Mittel" gewesen, sich in Gemeinschaften auf der ganzen Welt zu integrieren. Ob in Australien, Indien, im französischen Pazifik oder jetzt in Italien: "An jedem dieser Orte habe ich Freunde gefunden und durch den Sport gemeinsame Erfahrungen geteilt."

Sport als "Mittel für Frieden"

Der Niederländer sieht sich und sein Team als "Botschafter des Sports", der "Mittel für Integration, Geschwisterlichkeit und Frieden" sein könne; dies habe Papst Franziskus der "Athletica Vaticana" für die Mittelmeerspiele in Algerien im Juli mit auf den Weg gegeben. Sport habe "die Kraft, jeden von uns dazu zu bringen, das Beste zu geben, indem er Großzügigkeit, Aufopferungsgeist und Demut miteinander verbindet".

Als Sieger in Australien sähe Schuurhuis gerne einen Fahrer aus einer der kleinen, aufstrebenden Radsportnationen, etwa den Eritreer Biniam Girmay. "Ich hatte schon immer ein Faible für Underdogs", so der Niederländer.

Training auf Roms chaotischen Straßen

Der Vatikan-Fahrer, der im historischen Zentrum Roms wohnt, beginnt sein Training nach eigenen Worten auf einer der befahrensten Straßen der Stadt: dem Lungotevere am Tiber. Das sei "einer der lustigsten Teile meines Trainings - auch wegen der Reflexe, die ich im chaotischen römischen Verkehr immer wieder zeigen muss", gibt er zu.

Als "eine der unglaublichsten Erfahrungen" beschreibt er ein Radrennen auf der indonesischen Insel Flores: "Wir wurden bei den Etappen in mehreren über die Insel verteilten Klöstern untergebracht - das war eine spirituelle Erfahrung, die ich nie vergessen werde", so Schuurhuis. Die Straßen seien voller Zuschauer gewesen, die sie anfeuerten: "Die Menschen unterstützten jeden, völlig unabhängig von Rasse, Hautfarbe oder Religion."

Athletica Vaticana

Das Team mit dem Namen "Athletica Vaticana" besteht aus rund 60 Vatikanmitarbeitern und zwei muslimischen Migranten als Ehrenmitgliedern. "Sport, Kultur, Religion und Ethik gehören zusammen", sagte Kurienkardinal Gianfranco Ravasi zur Gründung des Vereins.

Der Leiter des päpstlichen Kulturrates verurteilte Doping, Rassismus und einen "Verfall der Ethik" im Sport; dem wolle das Vatikan-Team etwas entgegensetzen. (kna)

Athleten des Sportvereins des Vatikan "Athletica Vaticana" vor dem Petersdom auf dem Petersplatz im Vatikan / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Athleten des Sportvereins des Vatikan "Athletica Vaticana" vor dem Petersdom auf dem Petersplatz im Vatikan / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

 

Quelle:
KNA