Vatikan kritisiert unerlaubte Bischofsernennung in China

"Starker Druck der Behörden"

Der Vatikan hat erstmals eine unerlaubte Bischofsernennung in China scharf kritisiert. In einer vom Heiligen Stuhl nicht anerkannten Diözese, sei ein Bischof eingesetzt worden. Die verstöße gegen das Abkommen mit China, hieß es.

Kruzifix in katholischer Kirche in China / © Katharina Ebel (KNA)
Kruzifix in katholischer Kirche in China / © Katharina Ebel ( KNA )

Mit "Erstaunen und Bedauern" habe der Heilige Stuhl die Nachricht von der "Einsetzungszeremonie" von Bischof John Peng Weizhao von Yujiang als "Weihbischof von Jiangxi" zur Kenntnis genommen, hieß es in einer Mitteilung des Vatikan am Samstag. Diese sei keine vom Heiligen Stuhl anerkannte Diözese.

Die "Veranstaltung" am Donnerstag (24. November) in Nanchang entspreche weder "dem Geist des Dialogs zwischen dem Vatikan und der chinesischen Seite" noch dem gemeinsamen Abkommen zur Ernennung von Bischöfen.

Kritik an Vereinbarungen

Zum ersten Mal prangert der Vatikan in dieser Weise eine Verletzung der 2018 geschlossenen Vereinbarung an. Erst Ende Oktober hatte der Heilige Stuhl das umstrittene Geheimabkommen mit der Volksrepublik China zum zweiten Mal verlängert. Es regelt Bischofsernennungen im wechselseitigen Einvernehmen. Die Vereinbarung steht in der Kritik, weil sie das Leben katholischer Christen in der Volksrepublik nicht verbessere. Zudem würden Angehörige der nicht von Peking beherrschten sogenannten Untergrundkirche weiter ins Abseits gedrängt.

Bei der aktuellen Ernennung kritisierte der Vatikan außerdem "einen langen und starken Druck seitens der örtlichen Behörden", der der zivilrechtlichen Anerkennung des Bischofs vorangegangen sein soll. "Der Heilige Stuhl hofft, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen werden, erwartet entsprechende Mitteilungen der Behörden und bekräftigt seine volle Bereitschaft, den respektvollen Dialog über alle Fragen von gemeinsamem Interesse fortzusetzen", heißt es abschließend.

Zahlen zu Religion und katholischer Kirche in China

Das kommunistisch regierte Riesenland China ist multireligiös. Laut dem China-Zentrum in Sankt Augustin bei Bonn sind seine fünf offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften der Buddhismus, Daoismus, Islam, Protestantismus und Katholizismus. Von den 1,4 Milliarden Chinesen sind rund 185 Millionen Buddhisten, etwa 23 Millionen zählen sich zum Islam, zum Protestantismus ca. 38 bis 60 Millionen; ca. 10 Millionen sind Katholiken. Die Zahl der Anhänger des Daoismus ist nicht feststellbar.

Zwei junge Männer, ein Seminarist und ein Sängerknabe, sitzen auf Stühlen während einer Messe am 13. Januar 2019 in der Kirche Xishiku in Peking. / © Gilles Sabrie (KNA)
Zwei junge Männer, ein Seminarist und ein Sängerknabe, sitzen auf Stühlen während einer Messe am 13. Januar 2019 in der Kirche Xishiku in Peking. / © Gilles Sabrie ( KNA )

Quelle:
KNA
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