US-Regierung reagiert auf Vatikan-Nein zu Friedensrat für Gaza

"Sehr bedauerlich"

Den Friedensrat gibt es ohne den Vatikan. Das Weiße Haus nennt das Fernbleiben des Heiligen Stuhls bedauerlich. Die Regierung hatte sich eine Teilnahme aller Eingeladenen gewünscht, der Heilige Stuhl dagegen seine Absage gut überlegt.

Eine große US-Amerikanische Fahne, dahinter Papst Leo XIV. im Papamobil auf dem Petersplatz im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Eine große US-Amerikanische Fahne, dahinter Papst Leo XIV. im Papamobil auf dem Petersplatz im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, ist nicht erfreut über die Absage des Vatikans an den von Präsident Donald Trump initiierten Friedensrat. In einem Pressegspräch bezeichnete sie das Fernbleiben des Vatikans am Mittwoch als "sehr bedauerlich".

Leavitt ergänzte, natürlich wünsche sich die Regierung die Teilnahme aller Eingeladenen. "Der Friedensrat überwacht den Wiederaufbau eines Gebiets, das viel zu lange von Gewalt, Blutvergießen und Armut heimgesucht wurde." Präsident Trump habe einen "ehrgeizigen und mutigen" Plan und eine Vision für den Wiederaufbau des Gazastreifens.

Begründung der Absage

Den Friedensrat bezeichnete sie als "legitime Organisation, der Dutzende von Ländern aus der ganzen Welt angehören". An anderer Stelle hatte sie von "mehr als zwanzig" am Friedensrat teilnehmenden Ländern gesprochen.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hatte das vatikanische Fernbleiben mit der "besonderen Natur des Heiligen Stuhls" begründet, die sich von der anderer Staaten unterscheide. Zudem gebe es bei dem Projekt einige "ungeklärte Punkte". 

Im Übrigen sei der Vatikan der Meinung, dass vor allem die UN für derartige Dinge zuständig seien. Auch Deutschland verweist auf die Vereinten Nationen zur Lösung internationaler Konflikte. Ein hoher Beamter des Außenministeriums vertritt Deutschland in Trumps Friedensrat - als Beobachter.

Die katholische Kirche in den USA

Die römisch-katholische Kirche ist die größte Glaubensgemeinschaft der USA, denn die Protestanten teilen sich in verschiedene Konfessionen. Ein knappes Viertel der US-Amerikaner ist katholisch, die meisten Katholiken leben im Nordosten und im Südwesten. Genaue Zahlen sind schwierig, weil in den USA der Wechsel einer Konfession sehr häufig vorkommt.

Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 (shutterstock)
Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 ( shutterstock )
Quelle:
KNA