Glocken aus vom Tagebau bedrohter Kirche erhalten neue Heimat

Umsiedlung für neue Gemeinde erleichtern

Die Glocken der vom Braunkohle-Tagebau Garzweiler II bedrohten katholischen Kirche Heilig Kreuz im alten Ort Erkelenz-Keyenberg sollen in den Kirchenneubau im neuen Dorf Keyenberg integriert werden. Eine entsprechende Genehmigung liegt vor.

Kirche im Ort Keyenberg bei Erkelenz / © Oliver Berg (dpa)
Kirche im Ort Keyenberg bei Erkelenz / © Oliver Berg ( dpa )

Wie das Bistum Aachen am Freitag mitteilte, soll der Transfer der Glocken in die neue Kirche den Gläubigen "ein großes Stück Identität" stiften und den Aufbau der Gemeinde im Umsiedlungsort erleichtern. Der vertraute Klang stehe für Kontinuität und Gemeinschaftsgefühl. Die denkmalrechtliche Erlaubnis zum Umhängen der Glocken liege nun vor, die notwendigen Arbeiten könnten beginnen.

Fertigstellung im Frühjahr

Der Grundstein für die neue Kirche Heilig Kreuz im neuen Ort Keyenberg wurde in diesem März gelegt, voraussichtlich im kommenden Frühjahr soll das Gotteshaus fertiggestellt sein. Der Neubau sei so weit fortgeschritten, dass die Glocken jetzt zeitnah eingebaut werden könnten, hieß es.

Ursprünglich sah der Entwurf des neuen Sakralbaus vor, dass dort auch Kirchenfenster aus der alten Heilig-Kreuz-Kirche integriert werden. Darauf verzichtet die Pfarrei Christkönig Erkelenz allerdings mit Blick darauf, dass die alte Kirche womöglich doch erhalten werden kann. So könnte der Bau geschlossen und künftig auch in einer neuen Funktion genutzt werden, wenn der alte Ort Keyenberg doch erhalten bleiben sollte.

Bischof Dieser richtet Appell an Politik

Der Aachener Bischof Helmut Dieser forderte derweil von der Landesregierung erneut eine schnellere Entscheidung zur Zukunft der Dörfer am Tagebau. Aktuell ist die Entscheidung auf das Jahr 2026 verschoben und vom weiteren Verlauf der Diskussionen um den Kohleausstieg abhängig. Der Bischof pocht auf den Erhalt der bedrohten Orte und plädiert für einen breit angelegten Prozess der Neugestaltung im Braunkohlegebiet.

Helmut Dieser / © Julia Steinbrecht (KNA)
Helmut Dieser / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
epd