ZdK-Sprecherin Mock unterstützt Votum gegen Vatikanerklärung

"Theologische Tiefe fehlt"

Die familienpolitische Sprecherin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Birgit Mock, unterstützt das kritische Votum von deutschen Theologen gegen eine Vatikanerklärung. Die Reaktion zeige die Brisanz des Themas.

Ein homosexuelles Paar mit Regenbogenfahne / © Grusho Anna (shutterstock)
Ein homosexuelles Paar mit Regenbogenfahne / © Grusho Anna ( shutterstock )

Die über 200 Lehrenden wandten sich am Montag in einer Stellungnahme gegen das "Nein" der Glaubenskongregation zu Segnungsfeiern für homosexuelle Paare. "Warum soll die Liebe und das Leben gleichgeschlechtlicher Paare vor Gott weniger Wert sein als Liebe und Leben anderer Paare?", fragte Mock in einer Mitteilung des Zdk am Montagabend in Bonn.

Beziehung und Sexualität könne nicht getrennt werden

Mock kritisierte, dass die Kirche homosexuellen Menschen keine sexuelle Beziehung zugestehe. "Beziehung ja, Sexualität nein" - das gehe nicht. "Die Trennung von Sexualität und Person-Sein widerspricht allen Erkenntnissen der Humanmedizin, der Psychologie, der Soziologie und Kulturanthropologie. Die kirchliche Ausgrenzung von Sexualität beschränkt Menschen in der Ausbildung ihrer Identität und der Erfahrung von Nähe und Geborgenheit", so die ZdK-Sprecherin.

Dem Papier aus dem Vatikan mangle es an theologischer Tiefe, heißt es in der Stellungnahme. Der Text sei zudem von einem "paternalistischen Gestus der Überlegenheit" geprägt und diskriminiere homosexuelle Menschen und ihre Lebensentwürfe.

Position der Glaubenskongregation sei entgegen der realen Lebenswirklichkeit

Die Reaktion auf das "Nein" der Glaubenskongregation habe die Brisanz des Themas deutlich gemacht, sagte Mock. "Wenn sich über 200 Theologieprofessorinnen und -professoren aus den verschiedensten Disziplinen zu Wort melden und sich vehement gegen die römische Position stellen, zeigt das auch, dass die Position der Glaubenskongregation nichts mit der realen Lebenswirklichkeit sehr vieler Menschen zu tun hat. Sie nimmt den Glaubenssinn der Gläubigen nicht ernst."

Birgit Mock sieht in der anhaltenden Debatte "eine große Bestärkung" für den Reformdialog der katholischen Kirche in Deutschland. Die Vorsitzende des Forums "Sexualität und Partnerschaft" des Synodalen Wegs sieht die Notwendigkeit, "weiter an der Neubewertung der Sexualmoral zu arbeiten". Es sei überfällig, die Liebe in homosexuellen Partnerschaften als Kirche anzuerkennen. "Gott ist darin längst gegenwärtig", so Mock.

Birgit Mock / © Harald Oppitz (KNA)
Birgit Mock / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA