Theologe beklagt Lagerbildung als "nicht katholisch"

Warnung vor Kirchenspaltung

Der Theologe Joachim Hake hat im Zuge der Reformdebatte vor einer Spaltung der katholischen Kirche gewarnt. Im Dialogprozess zwischen Bischöfen und Laien seien weder Rechthaberei noch Ungeduld hilfreich.

Bischöfe und Laien bei der vierten Synodalversammlung in Frankfurt / © Julia Steinbrecht (KNA)
Bischöfe und Laien bei der vierten Synodalversammlung in Frankfurt / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der Theologe Hake, Direktor der Katholischen Akademie Berlin, sagte am Freitag im Deutschlandfunk, er habe den Eindruck, dass die Kirche sich zunehmend in zwei Lager teile. "Und das tut niemandem gut und ist sicher nicht katholisch".

Der "Habitus der Rechthaberei", den sowohl konservative als auch liberale Kräfte in der Diskussion an den Tag legten, müsse der Anerkennung einer "Vielfalt der Traditionen" weichen.

Joachim Hake / © Katholische Akademie Berlin
Joachim Hake / © Katholische Akademie Berlin

"Ungeduld darf nicht verhärten"

Er könne die Ungeduld bei bestimmten Reformthemen nachvollziehen, so Hake weiter. Doch dürfe sie nicht zu Verhärtungen führen.

Die katholischen Akademien könnten hierbei durch ihre Akzentsetzung helfen, indem sie ihre Podien breiter und offener aufstellten.

Was wurde bei der vierten Synodalversammlung beschlossen?

Insgesamt berieten die gut 200 Delegierten der vierten Synodalversammlung über 8 Papiere, ursprünglich waren 14 vorgesehen. Vier Texte wurden in Zweiter Lesung verabschiedet; einer scheiterte an einer Sperrminorität von Bischöfen. Drei Texte standen in Erster Lesung zur Debatte und sind deswegen noch nicht beschlossen, auch wenn die jeweiligen Abstimmungsergebnisse Rückschlüsse auf die grundsätzliche Akzeptanz der jeweiligen Anliegen erlauben.

Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner (SW)
Abstimmungsgerät bei der vierten Synodalversammlung / © Max von Lachner ( SW )
Quelle:
KNA