Tausende feiern orthodoxe Feuer-Liturgie in Jerusalem

Höhepunkt des orthodoxen Osterfests

Während Ramadan, Pessach und das katholische Osterfest in Jerusalem aufgrund des Kriegs nicht angemessen gefeiert werden konnten, sind Tausende orthodoxe Christen in die Jerusalemer Altstadt gekommen, um das "Heilige Feuer" zu feiern.

"Heiliges Feuer" in der Grabeskirche / © Andrea Krogmann (KNA)
"Heiliges Feuer" in der Grabeskirche / © Andrea Krogmann ( KNA )

Nach der Aufhebung der Versammlungsbeschränkungen feiern orthodoxe Christen wie gewohnt Ostern in Jerusalem. Zur Feier des "Heiligen Feuers" am orthodoxen Karsamstag kamen Tausende Besucher zusammen. Etwa 2.500 von ihnen durften nach Polizeiangaben die Grabeskirche betreten; mehrere hundert Menschen waren auf dem Vorplatz. Weitere hielten sich in der gesamten Altstadt auf.

Die über 1.200 Jahre alte Liturgie des "Heiligen Feuers" am Samstagmittag gilt als Höhepunkt der ostkirchlichen Feiern in Jerusalem. Nach orthodoxem Volksglauben entzündet sich auf wundersame Weise eine Flamme an der als Grab Christi verehrten Kapelle. Das Feuer wird anschließend weitergereicht.

Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny (KNA)
Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny ( KNA )

Die Polizei hatte Straßensperrungen ab den frühen Morgenstunden angekündigt. Im gesamten Bereich der Altstadt sollen demnach Hunderte Beamte im Einsatz sein. Die Kapazitätsgrenze für das Kirchengelände sei "in Übereinstimmung mit der Bewertung eines Sicherheitsingenieurs" unter Berücksichtigung von Faktoren wie Personendichte und Notausgängen festgelegt worden, "um eine gefährliche Überfüllung zu verhindern", so die Polizei.

Kirchliche Kritik an Begrenzungen

Polizeiliche Begrenzungen der Teilnehmerzahlen hatten in vergangenen Jahren zu Protesten einheimischer Christen sowie der Kirchenführer geführt. So hatte die Polizei 2022 zunächst eine Beschränkung auf höchstens 1.000 Menschen angekündigt, wogegen sich Vertreter der Christen Jerusalems sowie mehrerer orthodoxer Organisationen juristisch gewehrt hatten. Im vergangenen Jahr waren 2.750 Menschen in der Kirche sowie 4.200 Personen im unmittelbaren Gebiet um die Grabeskirche und auf den Dächern zugelassen.

In den Jahren vor der Pandemie hatte die Polizei die Zahl der Teilnehmer an den Feiern wegen der beengten Verhältnisse sowie fehlender Notausgänge auf 10.000 Personen beschränkt.

Osterfest bei orthodoxen Christen

Vor allem in Griechenland und auf Zypern werden während der gesamten Osterwoche in allen Kirchen Messen zelebriert, die mehrere Stunden dauern. Am Karfreitag folgt eine Prozession durch die Straßen der Gemeinde. Selbst weltlich orientierte Menschen gehen zur Osterzeit in die Kirche. Die Feiertage werden mit der Familie verbracht. Am Samstag um Mitternacht verkünden Priester dann bei einer nächtlichen Messe: "Christus ist auferstanden." Dazu wird ein großes Feuerwerk gezündet. Unwissende Besucher könnten den Eindruck gewinnen, die Griechen begrüßen ein neues Jahr.

Russisch-orthodoxe Kirche in Moskau (shutterstock)
Quelle:
KNA