Dormitio-Abt verbindet Ostergruß mit Friedenshoffnung

"Ich habe einen Funken Hoffnung"

"Ein frohes und gesegnetes Osterfest" wünscht Abt Nikodemus Schnabel aus dem "schönsten Bunker Jerusalems", der Krypta der Dormitio-Abtei. Er erinnert an die besondere Fastenzeit in diesem Jahr und spricht von einem Funken Hoffnung.

Abt Nikodemus Schnabel in Jerusalem / © Bruder Abraham Ungermann OSB (Dormitio)
Abt Nikodemus Schnabel in Jerusalem / © Bruder Abraham Ungermann OSB ( Dormitio )

Abt Nikodemus Schnabel aus der Dormitio-Abtei in Jerusalem zieht angesichts der Waffenruhe im Iran-Krieg einen besonderen Vergleich zu Ostern und der vorangegangenen Fastenzeit. "Jesus war 40 Tage in der Wüste und am Mittwoch war der 40. Tag des Krieges," sagt er in einem Ostergruß aus der Dormitio-Abtei. Auf Grund des Krieges mussten die Gottesdienste hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Doch der 40. Tag sei auch erst einmal der letzte Tag dieses Krieges: "Wir haben einen Waffenstillstand. Ich habe einen Funken Hoffnung." Es sei ein österlicher Moment. Abt Nikodemus äußert die Hoffnung, dass Leben, Versöhnung und Frieden stärker seien als menschliche Zerstörung und Zynismus.

Weiter sagte der Abt, er wünsche allen, "dass wirklich Ostern werde für alle Menschen hier in dieser Region, wo Jesus in seiner Auferstehung Sünde und Tod ein für allemal besiegt hat. Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden."

517 Kerzen für Förderer der Dormitio

Die Mönche hätten in dem fensterlosen Gewölbe der Sakristei die Osternacht gefeiert. Dort seien zwar nur etwa 30 Menschen zusammengekommen, "aber es gab hunderte Kerzen", sagte Schnabel. Jede dieser 517 Kerzen habe für einen der Förderer der Dormitio gestanden, die sich an der Osterlicht-Aktion 2026 beteiligt haben. 

Dormitio Abtei in Jerusalem / © Karin Wabro (shutterstock)
Dormitio Abtei in Jerusalem / © Karin Wabro ( shutterstock )

"Es war gut zu wissen: Auch wenn wir nur so wenige sind, sind wir nicht allein. Es gibt ganz viele Glaubensgeschwister, die jetzt mit uns Ostern feiern", sagte Schnabel. Die Gemeinschaft habe sich getragen gefühlt.

Die gespendeten Osterlichter waren verbunden mit Spendengeldern für die Arbeit der Abtei in Höhe von insgesamt rund 42.000 Euro. Die Benediktiner hatten Freunde und Förderer aus aller Welt eingeladen, "Dein Osterlicht im Heiligen Land" aufzustellen.

Begleitung der Waffenruhe im Gebet 

Die Mönche der Jerusalemer Dormitio-Abtei haben zugesagt, die Phase der Waffenruhe im Gebet zu begleiten und vor Ort auszuharren. 

"Wir hoffen, dass es den verantwortlichen Diplomaten und Politikern gelingt, daraus längerfristige Lösungen für die Menschen in unserer Region zu entwickeln, mit mehr Licht und Vertrauen in den Beziehungen zwischen den Menschen und den Staaten", schreiben sie am Donnerstag in einem Rundbrief.

Dormitio-Abtei

Dormitio-Abtei in Jerusalem / © Renardo Schlegelmilch (DR)
Dormitio-Abtei in Jerusalem / © Renardo Schlegelmilch ( DR )

Die deutschsprachige Benediktinerabtei der Dormitio gehört als Blickfang zur Silhouette Jerusalems. Der Bau des Klosters auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt begann im März 1906. Es befindet sich dort, wo nach kirchlicher Überlieferung das Letzte Abendmahl Jesu und die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel stattfanden. Abt ist seit 2023 Pater Nikodemus Schnabel.

Quelle:
DR , KNA

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