Der sudanesische Vizepräsident Salva Kiir hat sich erstmals für eine UN-Blauhelm-Mission in der Konfliktregion Darfur ausgesprochen. "Die sudanesische Regierung ist nicht in der Lage, die Zivilisten in Darfur zu schützen", sagte Kiir, der auch Präsident des Südsudans ist, am Wochenende der Tageszeitung Al-Sudani. Die zunehmende Unsicherheit und die Probleme für humanitäre Helfer machten den Einsatz internationaler Truppen unausweichlich. Der sudanesische Präsident Omar Hassan al Baschir lehnt einen Blauhelm-Einsatz dagegen trotz internationalem Druck weiter ab.
Kiir und seine südsudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) hatten bis zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vor fast zwei Jahren gegen das Baschir-Regime gekämpft. Die Rebellen in Darfur, gegen die Armee und verbündete Milizen seit mehr als drei Jahren Krieg führen, gelten als Verbündete der SPLA.
Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte erneut eine Stationierung von Blauhelmen in Darfur. Die Regierung müsse einer UN-Friedenstruppe endlich zustimmen und ihre Offensive in dem Konfliktgebiet stoppen, schrieb er in einem Gastbeitrag für den Berliner "Tagesspiegel am Sonntag".
Annan appellierte an die internationale Gemeinschaft, sich im Sinne ihrer "gemeinsamen Verantwortung" für eine politische Lösung des Konfliktes einzusetzen. Dabei erinnerte er an der Völkermord 1994 in Ruanda. "Vor zwölf Jahren versagten die UN und die Welt in einer Zeit höchster Not des ruandischen Volkes. Können wir es uns heute ruhigen Gewissens erlauben, einfach zuzusehen, wie sich die Tragödie in Darfur verschlimmert?"
Demonstrationen und Gebete am Sonntag
Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen haben am Sonntag in vielen Ländern weltweit mit Demonstrationen, Gebeten, Mahnwachen und Konzerten auf das Leiden in Darfur hingewiesen. Zu dem Aktionstag hat unter anderem amnesty international aufgerufen.
Der seit Anfang 2003 andauernde Konflikt zwischen Rebellen, Armee und regierungstreuen Milizen in Darfur hat mindestens 200.000 Menschen das Leben gekostet. UN-Angaben zufolge sind derzeit in der Region über 350.000 Menschen von dringend benötigter Nahrungsmittelhilfe abgeschnitten.
(epd)
Sudans Vizepräsident fordert UN-Blauhelme für Darfur - Annan fordert politische Lösung des Konflikts
Appell an die "gemeinsame Verantwortung"
Der sudanesische Vizepräsident Salva Kiir hat sich erstmals für eine UN-Blauhelm-Mission in der Konfliktregion Darfur ausgesprochen. "Die sudanesische Regierung ist nicht in der Lage, die Zivilisten in Darfur zu schützen", sagte Kiir, der auch Präsident des Südsudans ist, am Wochenende der Tageszeitung Al-Sudani.
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