Stipendienwerk diskutiert Reformen

Mangel an internationaler Vernetzung?

Bei der Jahresakademie des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes wird über den Synodalen Weg gesprochen. Der Theologe Thomas Söding betont, der Reformprozess sei "kein Solitär", sondern "Teil einer globalen Entwicklung".

 Logo Synodaler Weg
 / © Julia Steinbrecht (KNA)
Logo Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Professor Thomas Söding / © Julia Steinbrecht (KNA)
Professor Thomas Söding / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Seit Donnerstag sprechen in diesem Rahmen etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 50 Ländern über den Synodalen Weg, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Der Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland ist nach Worten des Bochumer Theologen Thomas Söding "kein Solitär". Vielmehr sei der Synodale Weg "Teil einer globalen Entwicklung in der katholischen Weltkirche, auch wenn es an einer internationalen Vernetzung mangelt", sagte Söding bei der Jahresakademie des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD), die noch bis Sonntag in Bonn stattfindet. 

Sind Anliegen der Deutschen zu speziell?

Hans Langendörfer im September 2020 / © Julia Steinbrecht (KNA)
Hans Langendörfer im September 2020 / © Julia Steinbrecht ( KNA )

KAAD-Präsident Hans Langendörfer erklärte, die derzeitigen Debatten und offenen Briefen aus allen Teilen der Welt zeigten, "wie sehr es nötig ist, die deutsche Ortskirche mit der Weltkirche ins Gespräch zu bringen". Zuletzt hatten 74 Bischöfe die Befürchtung geäußert, die beim Synodalen Weg angestrebten Änderungen könnten abermals in der Geschichte eine Kirchenspaltung von deutschem Boden auslösen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte auf diese Vorwürfe mit "Befremden" reagiert. Der Bischof von Limburg betonte, von der Gefahr einer Kirchenspaltung könne keine Rede sein.

Katholischer Akademische Ausländer-Dienst (KAAD)

Der KAAD ist das Stipendienwerk der deutschen katholischen Kirche für Studierende und Wissenschaftler aus Entwicklungsländern, dem Nahen Osten sowie aus Ost- und Südosteuropa. Er ist das weltweit größte kirchliche Stipendienwerk. Die Geförderten sollen Führungsaufgaben bei der Entwicklung ihres Landes aus sozialer Verantwortung und kirchlichem Engagement wahrnehmen können. Dazu werden berufserfahrene oder bereits wissenschaftlich ausgebildete Personen zu Aufbaustudien oder Forschungsaufenthalten nach Deutschland eingeladen.

Studium (dpa)

Der KAAD habe nun wissen wollen, "ob die Anliegen und Themen des Synodalen Wegs tatsächlich partikulär sind oder ob auch andere Ortskirchen daran anknüpfen können", sagte Langendörfer. Eine entsprechende Umfrage habe gezeigt, "dass den verschiedenen Reformthemen im Globalen Süden von den Teilnehmenden der Umfrage eine Relevanz auf persönlicher Ebene, auf Gemeindeebene und auf der Ebene der Ortskirche beigemessen wird", wie es hieß. An der Umfrage beteiligten sich den Angaben zufolge 600 Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni des KAAD, des Albertus-Magnus-Programms (AMP) und des Stipendienwerks Lateinamerika Deutschland (ICALA).

Auszeichnung vergeben

Jeweils ein Synodalvertreter fasste für die internationalen Gäste die Diskussionen im jeweiligen Synodalforum zusammen; jeweils ein bis zwei Vertreterinnen und Vertreter der Weltkirche antworteten darauf und legten ihre jeweilige Perspektive dar. Auch während der anschließenden Podiumsdiskussion seien die "Vielfalt und Vielstimmigkeit der Weltkirche deutlich geworden", sagte KAAD-Generalsekretärin Nora Kalbarczyk.

Nach den Diskussionen über den Reformprozess erhielten vier libanesische Professoren den Preis der KAAD-Stiftung Peter Hünermann, wie es weiter hieß. Ziad Fahed, Roula Talhouk, Souad Slim und Pfarrer Jules Boutros wurden damit für ihr "herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement" geehrt. Hünermann, der Ehrenpräsident des KAAD ist, verlieh den Preis persönlich. Der bischöfliche Beauftragte für den KAAD, der Augsburger Weihbischof Anton Losinger, betonte die Bedeutung "einer akademischen Förderung und Netzwerkbildung aus weltkirchlicher Solidarität heraus": Dies sei "angesichts der weltpolitischen Krisen und Herausforderungen wichtiger denn je".

Quelle:
KNA