Steyler Missionsschwestern vereinen Provinzen in Europa

"Gemeinsame Antwort auf Gottes Ruf"

Weniger Provinzen, mehr Europa wagen. Die Steyler Missionsschwestern geben alte Grenzen auf. Sie schließen ihre bisherigen Provinzen zu einer neuen Europäischen Provinz in Deutschland, Österreich und den Niederlanden zusammen.

Eine Steyler Missionsschwester im Einsatz / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Steyler Missionsschwester im Einsatz / © Harald Oppitz ( KNA )

Auch die Regionen Spanien/Portugal und England/Irland wurden zusammengelegt. Wie der Orden am Dienstag auf seinem Internetportal mitteilte, wird die neue Provinz am Donnerstag offiziell eröffnet - am Gedenktag des Ordensgründers und Heiligen Arnold Janssen.

Die europäische Provinz soll auch die Länder Schweiz, Italien/Südtirol und Rumänien umfassen. Das neue Provinzialat hat seinen Sitz im Kloster St. Koloman in Stockerau bei Wien. Zur feierlichen Eröffnung werden die Kongregationsleiterin Sr. Miriam Altenhofen aus Rom und Schwestern aus ganz Europa erwartet.

Zur ersten Provinzleiterin der neuen "Europäischen Heilig-Geist-Provinz" wurde die Ordensfrau Sr. Anna-Maria Kofler gewählt. Kofler leitete bereits von 2012 bis 2022 die deutsche Provinz der Steyler Missionsschwestern und war zuletzt Vorsteherin der Kommunität in Laupheim. Kofler wird in Zukunft bei der Provinzleitung durch Rätinnen unterstützt, die von jeder bisherigen Provinz oder Region gewählt wurden. Die ehemalige deutsche Provinz repräsentiert Sr. Christine Müller.

"Gemeinsame Antwort auf Gottes Ruf"

Der Orden bezeichnet den Zusammenschluss als "gemeinsame Antwort auf Gottes Ruf, Seine Mission in Europa weiterzuführen". Trotz unterschiedlicher Kulturen und Lebensweisen seien die Schwestern durch das Evangelium verbunden: "Überall sind wir zu Hause." Und weiter: "Wir alle leben und wirken aus den Lebensimpulsen des Evangeliums als Ordensgemeinschaft in der Vision eines vereinten, geschwisterlichen und offenen Europas."

Der Weg zur europäischen Provinz reicht bis in die 1960er-Jahre zurück. Seit 1967 arbeiteten die deutschsprachigen Provinzen mit jenen in Österreich und den Niederlanden zusammen, ab 1989 kam es zu einem intensiven Austausch und zur Gründung neuer Gemeinschaften in Osteuropa. Seither wurden unter anderem in Rumänien, Russland, der Ukraine, Ungarn und Berlin neue Niederlassungen aufgebaut.

Die Gemeinschaft der "Dienerinnen des Heiligen Geistes", wie der Orden offiziell heißt, wurde 1889 im niederländischen Steyl gegründet. Sie unterhält soziale und karitative Projekte auf allen Kontinenten. Heute zählen die Steyler Missionsschwestern nach eigenen Angaben weltweit rund 2.900 Mitglieder in 46 Ländern. Zur bisherigen deutschen Provinz gehören derzeit rund 160 Schwestern aus elf Ländern. 

Quelle:
KNA