"Mit den Osttürmen wird ein bedeutender, mittelalterlicher Teil des Doms saniert. Wir werden den Dom 2030 in alter Pracht und ohne Gerüst präsentieren können", sagte Domdekan Georg Müller am Mittwoch in Speyer.
Der Speyerer Dom zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Der salische Herrscher Konrad II. gab um das Jahr 1030 den Auftrag zum Bau der Kathedrale. Die 70 Meter hohen Osttürme gehören zu den ältesten Teilen des Baus und wurden am Ende des 11. Jahrhunderts vollendet. Zuletzt wurden Teile im Jahr 1986 restauriert.
Starkregen führte zu Wasserschäden
Die aktuellen Arbeiten laufen seit 2022. Im ersten Bauabschnitt an den offenen Turmgeschossen wurden laut Bistum größere Schäden an den Sandsteinen entdeckt als erwartet. Zahlreiche stark beschädigte Steine werden ersetzt. Sorgen macht dem Team um Dombaumeisterin Hedwig Drabik auch die Abführung von Regenwasser.
Hier seien aufwendige Spenglerarbeiten, etwa an beschädigten Kupferblechen, nötig. Um das Eindringen von Wasser in die sensible historische Bausubstanz zu verhindern, müsse Regen schneller vom Bau weggeleitet werden.
Hintergrund sei eine zunehmende Zahl von Starkregenereignissen. Eindringendes Regenwasser habe zuletzt beispielsweise auch im Gewölbe der Katharinenkapelle des Doms erhebliche Schäden verursacht.
Millioneninvestitionen erforderlich
Zudem zeigt sich, wie die Restaurierungsexperten weiter mitteilten, dass der bei früheren Restaurierungen im 20. Jahrhundert verwendete Mörtel nicht haltbar genug ist. Viele Flächen werden daher neu mit einem zementfreien Kalkmörtel verfugt. Als wissenschaftliche Berater sind Experten der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sowie des Instituts für Steinkonservierung beteiligt.
Der Etat für die Arbeiten liegt im Millionenbereich. Allein für den ersten Teilabschnitt sind 1,3 Millionen Euro nötig. "Zu danken haben wir dem Land Rheinland-Pfalz, das uns bei den substanzerhaltenden Maßnahmen wesentlich unterstützt", sagte Domdekan Müller. Einen großen Anteil finanziert auch der Dombauverein. Auch die größte Einzelspende der Vereinsgeschichte, ein Vermächtnis in Höhe von 1,17 Millionen Euro, fließt jetzt in die Sanierung der Osttürme.