Spaltungen der Christen trüben laut Papst gemeinsames Glaubenszeugnis

"Schaut auf Christus"

In der vergangenen Woche waren die Christen weltweit aufgerufen, für die Einheit der Konfessionen und Traditionen zu beten. Zum Abschluss rief Papst Leo die Christen verschiedener Prägungen dazu auf, einander besser kennenzulernen.

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat die Christen aller Traditionen aufgerufen, ihr gemeinsames Engagement zur Weitergabe des Glaubens zu erneuern. Es sei Aufgabe aller Christen, der Welt mit Demut und Freude zu sagen: "Schaut auf Christus! Kommt zu ihm! Nehmt sein Wort an, das erleuchtet und tröstet", sagte der Papst am Sonntagabend in der römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern bei einem ökumenischen Abendgebet zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen.

Zwar könnten bestehende Spaltungen unter den Christen "das Licht Christi nicht daran hindern, zu leuchten, aber dennoch das Antlitz trüben, das es gegenüber der Welt widerspiegeln soll", sagte der Papst.

"Wer wir sind, was wir tun, was wir lehren"

Gerade mit Blick auf die gemeinsamen Feiern zu 2.000 Jahre Tod und Auferstehung von Jesus Christus im Jahr 2033 "wollen wir uns bemühen, die ökumenischen synodalen Praktiken weiterzuentwickeln und einander mitzuteilen, wer wir sind, was wir tun und was wir lehren", so Leo XIV. vor Männern und Frauen zahlreicher christlicher Konfessionen und Traditionen, für deren Anwesenheit er ausdrücklich dankte.

Papst Franziskus in einem Papamobil (Archiv) / © Jean-Matthieu Gautier (KNA)
Papst Franziskus in einem Papamobil (Archiv) / © Jean-Matthieu Gautier ( KNA )

Schon Papst Franziskus (2013-2025) habe betont, dass der Weg zu mehr Synodalität in der katholischen Kirche, also neuen Formen von Teilhabe und Mitsprache, ökumenisch sein müsse. Das habe sich auch beim "ökumenischen Eifer" bei der Weltsynode 2023 und 2024 gezeigt, an der viele Delegierte anderer Konfessionen teilnahmen, sagte der Papst. Liturgisch mitgestaltet wurde die Feier vom griechisch-orthodoxen Metropoliten Polykarpos, vom Armenisch-Apostolischen Erzbischof Khajag Barsamian und dem anglikanischen Bischof Anthony Ball.

Kardinal Koch: Papst hat offenes Herz für Ökumene

In einem Grußwort zeigte sich der Präfekt der Vatikan-Behörde zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, dankbar, dass der Papst die Tradition der ökumenischen Vesper in Sankt Paul fortgesetzt habe. "Wir danken Ihnen für Ihr offenes Herz für die Ökumene", so der Ökumene-Minister des Papstes.

Leos Porträt in 13 Meter Höhe

Bei der Vesper war erstmals das kürzlich fertiggestellte Mosaik-Porträt von Papst Leo XIV. zu sehen. Das Medaillon mit einem Durchmesser von 137 Zentimetern in 13 Metern Höhe im rechten Seitenschiff der Kirche war vom Mosaikstudio der Dombauhütte von Sankt Peter geschaffen worden.

Papst Leo XIV. bei der Vorstellung seines fertiggestellten Mosaik-Porträts  / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. bei der Vorstellung seines fertiggestellten Mosaik-Porträts / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

In der Porträtgalerie von Sankt Paul vor den Mauern sind alle Päpste seit Petrus verewigt. Leo XIV. ist offiziell der 267. Papst der katholischen Kirche. In der Galerie hoch über dem Kirchenschiff sind noch zehn Medaillons frei. 

Quelle:
KNA