Papst ruft Christen zu Einigkeit auf als Vorbild für die Menschheit

"Die Liebe Christi sichtbar machen"

In dieser Woche waren Christen weltweit aufgerufen, für die Einheit der Konfessionen und kirchlichen Gruppierungen zu beten. Hier geht es aber beileibe nicht nur um Religion, meint der Papst.

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat die Christen zu Einigkeit als Vorbild für die ganze Menschheit aufgerufen. "In vielen Situationen erleben wir Konflikte, Polarisierungen, Missverständnisse und gegenseitiges Misstrauen", heißt es in einer am Sonntag verbreiteten Botschaft des Papstes anlässlich des 100. Weltmissionssonntags. "Wenn dies auch in unseren Gemeinschaften geschieht, schwächt es ihr Zeugnis." 

Der Auftrag zur Verbreitung der christlichen Botschaft "beginnt im Herzen jedes Christen und erstreckt sich dann auf die ganze Menschheit", betonte Leo. Um gemeinsam im Engagement für die Evangelisierung voranzukommen, sei ein "neues missionarisches Zeitalter" wünschenswert.

Ökumenische Beziehungen intensivieren

"In diesem Sinne wird es von Bedeutung sein, die ökumenischen Beziehungen zu allen christlichen Kirchen zu intensivieren und dabei auch die Chancen zu nutzen, die sich aus der gemeinsamen Feier des 1.700. Jahrestages des Konzils von Nizäa ergeben haben", betonte Leo XIV.

Erstes Ökumenisches Konzil in Nizäa

2025 wird ein wichtiges Jahr für die weltweite Christenheit. Gefeiert wird das 1.700. Jubiläum des Ersten Ökumenischen Konzils in Nizäa. 

Die Versammlung begann wahrscheinlich im Mai des Jahres 325 und war wegweisend für die Entwicklung des Christentums. Sie sollte theologischen Streit beilegen und die Einheit der Kirche fördern. 

Das Treffen behandelte zudem wichtige Fragen wie die Festlegung des Osterdatums. Seit dem Konzil kommen Bischöfe zusammen, um Glaubensfragen zu klären. Es gilt als die erste ökumenische Debatte der frühen christlichen Kirche.

Erstes Konzil von Nicäa im Jahr 325 (KNA)
Erstes Konzil von Nicäa im Jahr 325 / ( KNA )

Ende November hatten Vertreter vieler Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften in Iznik in der heutigen Türkei an das ökumenische Konzil von Nizäa erinnert. Bei der Versammlung im Jahr 315 wurde das bis heute gültige Glaubensbekenntnis formuliert.

Kreativität, Harmonie, Zusammenarbeit

Christen sollten Verschiedenheit als Reichtum annehmen und die Zersplitterung der Bemühungen und spaltende Gruppenbildungen unter den Anhängern des einen Gottes überwinden, forderte der Papst.

"Die missionarische Einheit ist natürlich nicht als Uniformität zu verstehen, sondern als Zusammenwirken verschiedener Charismen für dasselbe Ziel: die Liebe Christi sichtbar zu machen und alle zur Begegnung mit ihm einzuladen", unterstrich Leo XIV. 

Dazu sollten lokale Gemeinschaften zusammenarbeiten, kulturelle, spirituelle und liturgische Unterschiede sollten "sich voll und ganz und harmonisch in demselben Glauben ausdrücken", erklärte der Papst.

"Ich ermutige daher die kirchlichen Institutionen und Einrichtungen, das Gefühl der missionarischen Gemeinschaft der Kirche zu stärken und mit Kreativität konkrete Wege der Zusammenarbeit untereinander für und in der Mission zu entwickeln", so der Papst in der Botschaft mit dem Titel "Eins in Christus, vereint in der Mission". Der Weltmissionssonntag, der jährlich Mitte Oktober stattfindet, wurde 1926 von Papst Pius XI. begründet.

Sonntag der Weltmission 2026

Der Monat der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion der Katholikinnen und Katholiken weltweit und findet traditionell im Oktober statt. Im Mittelpunkt steht im Jahr 2026 Madagaskar.

Antananarivo in Madagaskar / © Dennis van de Water (shutterstock)
Antananarivo in Madagaskar / © Dennis van de Water ( shutterstock )
Quelle:
KNA