Viele Wohlfahrtsorganisationen haben einer Umfrage zufolge in den vergangenen zwei Jahren Leistungen und Angebote einstellen oder einschränken müssen. Wegen Kostensteigerungen oder Kürzungen von Förderungen hätten 20 Prozent der befragten Verbände Angebote einstellen müssen, noch einmal 45 Prozent hätten kürzen müssen, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege am Mittwoch in Berlin mit.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft hatte zwischen November und Januar Einrichtungen und Dienste ihrer Mitgliedsverbände online befragt. Insgesamt fast 3.600 Antworten aus allen Bundesländern wertete sie aus. 82 Prozent der befragten Einrichtungen rechneten demnach damit, noch mehr Leistungen bald reduzieren oder ganz einstellen zu müssen. 67 Prozent erwarteten, dass in der Folge die Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement abnehmen werden.
Rückgang treffe auf Mangel
Der Rückgang bei den Angeboten sozialer Dienstleistungen trifft nach Einschätzung der Verbände auf eine bereits bestehende Mangellage. 61 Prozent der Befragten hielten das Angebot an sozialen Diensten vor Ort für nicht ausreichend. Weitere 36 Prozent schätzten es als "weitgehend ausreichend" ein, nur 3 Prozent gaben an, das Angebot vor Ort reiche "voll und ganz" aus.
In der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege haben sich die Spitzenverbände von Hilfsorganisationen zusammengeschlossen. Mitglieder sind das Deutsche Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, die Diakonie, die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.