Serbisch-orthodoxe Kirche und Regierung planen Universitätsgründung

Studentenproteste beruhigen

Seit über einem Jahr gehen Studierende in Serbien gegen die Regierung von Staatschef Aleksandar Vučić auf die Straße. Nun kündigt dieser mithilfe der orthodoxen Kirche die Gründung einer eigenen Universität zum Schutz der Werte an.

Proteste in Serbien (Archivbild) / © Darko Vojinovic (dpa)
Proteste in Serbien (Archivbild) / © Darko Vojinovic ( dpa )

Inmitten anhaltender Studentenproteste haben die Regierung und die Kirche in Serbien die Gründung einer neuen Universität angekündigt. Damit reagiere man auf eine "Notwendigkeit einer ständigen Verbesserung des Bildungssystems", teilte die Belgrader Regierung laut örtlichen Medien von Donnerstagabend mit. Benannt werden soll die neue Bildungseinrichtung nach Serbiens Nationalheiligem Sava. 

Aleksandar Vucic, Präsident von Serbien / © Darko Vojinovic (dpa)
Aleksandar Vucic, Präsident von Serbien / © Darko Vojinovic ( dpa )

Den Berichten zufolge unterzeichneten die Regierung von Staatschef Aleksandar Vucic und die serbisch-orthodoxe Führung in Belgrad eine entsprechende Absichtserklärung. Darin heben sie eine "gemeinsame Verantwortung" hervor, wie es heißt. Diese betreffe neben der Wissensvermittlung auch den "Schutz grundlegender Werte" und die Förderung von Serbiens "kulturellem und geistlichem Erbe". 

Patriarch Porfirije / © Darko Vojinovic/AP (dpa)
Patriarch Porfirije / © Darko Vojinovic/AP ( dpa )

Orthodoxe stellen mit rund 85 Prozent die Mehrheit von Serbiens Gläubigen. Zuletzt war die Kirchenführung wiederholt in Zusammenhang mit den seit Monaten andauernden Studentenprotesten in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten. 

Kritiker werfen Patriarch Porfirije Unterstützung für die autoritäre Vucic-Regierung vor. Die Studenten fordern unter anderem ein Ende von Korruption und vorgezogene Parlamentswahlen. 

Quelle:
KNA