Sammlung Würth erwirbt 400 Jahre alte Marien-Bronzeplastik

"Das Böse wird von Maria niedergehalten"

Die "Madonna mit Kind" ist eine bedeutende Bronzeplastik aus der Zeit um 1600. Nun ist sie von der Sammlung Würth aus Privatbesitz erworben worden. In der Johanniterkirche in Schwäbisch Hall wird sie dauerhaft ausgestellt.

Hubert Gerhard, Madonna mit Kind / © Sammlung Würth/Tobias Lonsing
Hubert Gerhard, Madonna mit Kind / © Sammlung Würth/Tobias Lonsing

Eines der bedeutendsten Kunstwerke neuzeitlicher Bildhauerei in Deutschland wird jetzt in Schwäbisch Hall gezeigt. 

Die Bronzeplastik "Madonna mit Kind" (um 1600) des niederländischen Bildhauers Hubert Gerhard sei von der Sammlung Würth erworben worden und werde nun dauerhaft öffentlich in der Johanniterkirche präsentiert, teilte die Würth-Pressestelle am Freitag in Künzelsau mit.

Die rund ein Meter hohe Plastik zeigt Maria, die mit beiden Füßen auf einer Mondsichel steht. Während das üppig gelockte Jesuskind den Erdball in der linken Hand hält und seine rechte mit zwei ausgestreckten Fingern zum Segensgruß erhebt, werde "die Mondsichel als Sinnbild des Wankelmütigen und Bösen von Maria niedergehalten", hieß es.

Sehr gefragter Bildhauer

Gerhard (um 1540/50-1620) gilt als Schöpfer herausragender frühbarocker Bronzen, der neue Maßstäbe für die Plastik in
Süddeutschland gesetzt habe. "Er war für die Fugger in Augsburg, als Hofbildhauer in München sowie in Innsbruck tätig und dabei so gefragt, dass selbst Kaiser Rudolf II. sich vergeblich bemühte, den herausragenden Bildhauer an seinen Prager Hof zu binden", hieß es. 

Eine Sprecherin der Sammlung Würth sagte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): "Die Sammlung Würth konnte die 'Madonna mit Kind' aus Privatbesitz erwerben." Weitere Angaben dazu mache man grundsätzlich nicht.

Figur sorgte für Aufsehen 

Der Erwerb sei auch durch die Vermittlung von Philipp Herzog von Württemberg möglich geworden. Dazu erläuterte die Sprecherin, ein Bruder Kaiser Rudolfs II., Maximilian III. von Österreich, der in Bad Mergentheim dem Deutschen Orden vorstand, habe die Plastik vor über 400 Jahren für die Schlosskapelle der Residenz Maximilians fertigen lassen. 

"Die Figur war lange in Habsburger Besitz, danach verlor sich ihre Spur", so die Sprecherin. 2015 habe sie in der Ausstellung
"Bella Figura" im Bayerischen Nationalmuseum München für Aufsehen gesorgt.
 

Quelle:
KNA