Mehrere Arbeiten des Künstlerpaars Christo und Jeanne-Claude sind ab Mittwoch im Diözesanmuseum Rottenburg zu sehen. Ausgestellt werden die "Wrapped Violin" (1994) – eine verhüllte Geige – sowie 25 Zeichnungen mit Studien von Alltagsgegenständen und Arbeitsskizzen zu Verhüllungsprojekten, wie die Diözese Rottenburg-Stuttgart mitteilte. Die Arbeiten von Christo (1935-2020) und Jeanne-Claude (1935-2009) würden in Beziehung zu den sakralen Meisterwerken der Gemälde- und Skulpturensammlung des Diözesanmuseums gesetzt, hieß es.
"In Berichten über die Verhüllungsprojekte von Christo und Jeanne-Claude in aller Welt tauchen immer wieder Begriffe aus dem Kontext der Religion auf – das ist kein Zufall, denn der Ritus des Verhüllens ist im Judentum, Christentum und Islam tief verankert", erläuterte Museumsleiterin Melanie Prange. Das Verhüllen sei auch ein wichtiger Aspekt der katholischen Liturgie.
Das Markenzeichen von Christo und Jeanne-Claude war das Verhüllen von Gegenständen, Gebäuden und sogar von ganzen Landschaften. Ihre spektakuläre Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes 1995 erregte weltweit großes Aufsehen. Sämtliche Leihgaben, die nun im Diözesanmuseum in Rottenburg zu sehen sind, stammen aus der Sammlung Würth in Künzelsau. Die "Kunst-Intervention" ist eine Kooperation des Museums mit der Theologisch-Katholischen Fakultät der Universität Tübingen. Die Ausstellung ist bis Ende Juli zu sehen.
Im Begleitprogramm plant das Diözesanmuseum unter der Überschrift "Alles verhüllt" am 21. Juni einen Thementag zum Künstlerehepaar. Zunächst präsentieren dabei Theologiestudierende der Uni Tübingen Ergebnisse eines Workshops. Anschließend zeigt die Performance "UN|COVER ? Zwischen Hülle und Klang" eine Inszenierung aus Tanz, Figurenspiel und Bildern.