Ausstellungen klären über die Gefahren von Antisemitismus auf

81 Jahre nach Ende der Schoah

Antisemitismus gestern und heute. Zum Jahrestag des Kriegsendes an diesem Freitag warnt eine christlich-jüdische Organisation vor Gefahren für Juden und die Demokratie. Zwei Ausstellungen zum Thema können ausgeliehen werden.

Davidstern vor dem Holocaust Mahnmal in Berlin / © RusskyMaverick (shutterstock)
Davidstern vor dem Holocaust Mahnmal in Berlin / © RusskyMaverick ( shutterstock )

Auch 81 Jahre nach dem Ende des Holocausts muss immer wieder auf die Gefahren von Antisemitismus aufmerksam gemacht werden – das betont der Geschäftsführer der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Marcus Meier. Jüdinnen und Juden in Deutschland seien Bedrohungen und sogar Attacken ausgesetzt, sagte Meier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) anlässlich des Jahrestags des Kriegsendes am Freitag.

Das stark beschädigte Berliner Reichstagsgebäude zum Kriegsende / © Henry Griffin (dpa)
Das stark beschädigte Berliner Reichstagsgebäude zum Kriegsende / © Henry Griffin ( dpa )

Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Das mit Deutschland verbündete Japan kapitulierte am 15. August, nachdem die USA Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen hatten. Insgesamt kamen im Laufe des von Deutschland entfesselten Kriegs mehr als 60 Millionen Menschen ums Leben. Der Schoah fielen rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden zum Opfer.

Meier sagte, dass Antisemitismus die Demokratie bedrohe, und wer sie schützen wolle, müsse sich Judenhass entgegenstellen. Er verwies darüber hinaus auf hohe Zustimmungswerte für die AfD. All das zeige die Aktualität des Problems.

Antisemitismus-Ausstellung "Unter Druck?"

Um aufzuklären, hat die Kölnische Gesellschaft zwei Ausstellungen erarbeitet. Auf Anfrage können sie etwa Schulen, Universitäten und Medienunternehmen in ganz Deutschland zur Verfügung gestellt werden. So sei die Wanderausstellung "'Du Jude!' Alltäglicher Antisemitismus in Deutschland" bereits an mehr als 100 Ausstellungsorten gezeigt worden, sagte Meier. Darunter seien zahlreiche Schulen gewesen.

Die andere Ausstellung trägt den Titel "Unter Druck? Medien & Antisemitismus im NS-Staat & heute". Dabei werde der Bogen von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart geschlagen, erläuterte Meier. Unter anderem gehe es um Personen, die im Nationalsozialismus Karriere gemacht hätten und nach dem Zweiten Weltkrieg in der Medienbranche weiterhin aktiv gewesen seien.

Stereotype in der Berichterstattung

Die Schau zeigt den Angaben zufolge auch, dass Journalistinnen und Journalisten einerseits antisemitische Tendenzen in der Gesellschaft kritisch hinterfragen – andererseits aber manchmal auch daran beteiligt seien, offen oder unbewusst Narrative und Stereotype zu reproduzieren. Meier sagte, dass auch die Berichterstattung über den Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 Thema der Ausstellung sei.

Auschwitz und der Holocaust-Gedenktag

Jeweils am 27. Januar wird weltweit der Opfer des Holocaust gedacht. Das Datum erinnert an die Befreiung der überlebenden Häftlinge des größten NS-Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945. Seit 1996 gedenken die Deutschen an diesem Tag der Millionen Opfer des Völkermords. Im November 2005 verabschiedete auch die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 27. Januar zum weltweiten Gedenktag macht.

Zaun in Auschwitz-Birkenau / © Markus Nowak (KNA)
Zaun in Auschwitz-Birkenau / © Markus Nowak ( KNA )
Quelle:
KNA