Regens in Coimbra kritisiert überholte Strukturen in Priesterseminaren

"Hängen im 20. Jahrhundert fest"

Der Rektor des Priesterseminars im portugiesischen Coimbra fordert eine grundlegende Erneuerung der Priesterausbildung in der katholischen Kirche. Laut Nuno Santos sind viele Priesterseminare stark in überholten Strukturen verhaftet.

Priester und Seminarist in der Kirche / © Julia Steinbrecht (KNA)
Priester und Seminarist in der Kirche / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Sie hätten zudem "Schwierigkeit, das zwanzigste Jahrhundert zu verlassen", zitieren ihn vatikanische Medien. Der Ausbildungsleiter sagte weiter: Priester seien keine Supermenschen. "Oft werden wir so ausgebildet, als müsse der Priester alles können, alles wissen, immer stark sein, immer eine Antwort haben – eine Art Supermensch. Doch genau dieses Bild ist der Anfang der Selbstzerstörung." Eine Ausbildung müsse auch Grenzen und Hilfsbedürftigkeit einbeziehen: "Wir müssen lernen zu sagen: Ich kann das nicht, ich brauche Hilfe."

Zudem plädiert Santos für eine deutlich stärkere Rolle von Frauen in den Priesterseminaren. Diese dürften nicht nur ergänzend eingebunden werden, sondern müssten auf zentraler Ebene der Ausbildung präsent sein.

Voraussetzungen für die Priesterausbildung

Grundsätzlich kann jeder zum Priester geweiht werden, der männlich, katholisch und unverheiratet ist. Wenn er von Gott dazu berufen ist. Ob jemand berufen ist, entscheidet jedoch nicht der Einzelne selbst. Drei Aspekte entscheiden zusammen darüber, ob jemand tatsächlich berufen ist: die Neigung, die Eignung, und die Annahme durch die Kirche.

Symbolbild Unterricht im Priesterseminar / © Maria Irl (KNA)
Symbolbild Unterricht im Priesterseminar / © Maria Irl ( KNA )
Quelle:
KNA