Rabbiner: Papst soll Kirche in Auschwitz-Birkenau schließen

"Die Kirche muss weg."

Darf eine Kirche auf einem ehemaligen Vernichtungslagers stehen? Nein, sagt der New Yorker Rabbi Avi Weiss und fordert zum Holocaustgedenktag den Papst auf zu handeln.

Franziskus besucht Ausschwitz in Stille / © Daniel Dal Zennaro (dpa)
Franziskus besucht Ausschwitz in Stille / © Daniel Dal Zennaro ( dpa )

Der New Yorker Rabbi Avi Weiss hat Papst Franziskus erneut aufgefordert, eine katholische Kirche auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers von Auschwitz-Birkenau zu schließen. In einem Meinungsbeitrag für die "New York Times" (Donnerstag Ortszeit) schrieb Weiss: "Die Kirche muss weg. Und Papst Franziskus hat die Macht, dies zu veranlassen." Die Geschichte müsse so dargestellt werden, wie sie wirklich gewesen sei, so der Rabbi. "Eine Kirche gehört nicht zu Auschwitz-Birkenau."

Die örtlichen Katholiken hatten mit Zustimmung der Behörden in Polen 1982 das alte Kommandantur-Gebäude der SS zu einer Kirche umgewandelt. Darin wird die von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochene, zum katholischen Glauben übergetretene jüdische Philosophin Edith Stein verehrt. Die aus Breslau stammende Ordensfrau war als Häftling 44 074 in der Gaskammer von Birkenau ermordet worden.

Der Rabbi aus der Bronx, der zu den prominentesten jüdischen Geistlichen der USA zählt, kämpft seit langem für eine Schließung des katholischen Gotteshauses auf dem ehemaligen KZ-Gelände. Bereits vor zwei Jahren hatte er sich in einem Meinungsbeitrag für die "Washington Post" mit der gleichen Forderung an Papst Franziskus gewandt. Im vergangenen Juli schrieb er anlässlich des Papstbesuches in Auschwitz einen Brief an das Kirchenoberhaupt, in dem er sein Anliegen abermals vortrug.

Quelle:
KNA
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