Priester im Bistum Trier hat mehr Geld veruntreut als bekannt

Keine Angabe zur neuen Schadenshöhe

Im Jahr 2024 wurde der Geistliche zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er seit 2013 rund 130.000 Euro aus Kirchenkassen gestohlen hat. Jetzt wird klar, dass der finanzielle Schaden offenbar noch deutlich größer ist.

Blick über den Innenhof auf den Trierer Dom Sankt Petrus (l.) und den Domkreuzgang / © Julia Steinbrecht (KNA)
Blick über den Innenhof auf den Trierer Dom Sankt Petrus (l.) und den Domkreuzgang / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Ein bereits wegen Veruntreuung von Kirchengeldern zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilter Priester im Bistum Trier hat noch deutlich mehr Geld aus kirchlichen Kassen genommen als bislang bekannt. 

Interne Ermittlungen haben weitere Fälle von Veruntreuung aufgedeckt, die schon 2001 begonnen haben, wie eine Bistumssprecherin am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte. Bisher waren nur Fälle ab 2013 bekannt. Über die neuen Erkenntnisse hatte zuerst die Zeitung "Trierischer Volksfreund" berichtet.

Zur neuen Schadenshöhe machte die Sprecherin keine Angaben. Dem Bericht der Zeitung zufolge könnte die Schadenssumme nun insgesamt bei mehr als 200.000 Euro liegen. Gegen den Mann laufe eine neue kirchenrechtliche Voruntersuchung, hieß es. Die neuen Erkenntnisse habe man auch an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Allerdings dürften die Fälle strafrechtlich verjährt sein. Bei Veruntreuung liegt die Verjährungsfrist in der Regel bei fünf Jahren, in schweren Fällen bei bis zu zehn Jahren.

Suspendierung und Geständnis

Der Priester ist seit Ende 2023 von seinen priesterlichen Aufgaben suspendiert und arbeitet im kirchlichen Verwaltungsbereich. Er hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich zur Rückzahlung der veruntreuten Gelder verpflichtet.

Er war Ende 2024 zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Urteil bezog sich damals auf die Veruntreuung von 130.000 Euro. Er hatte die Kirchenmittel auf eigene Konten umgeleitet. In dem Prozess hatte der Pfarrer ausgesagt, das Geld für Luxusgüter, Reisen und ein teures Auto verwendet zu haben. Er habe sich nach gesundheitlichen Problemen etwas gönnen wollen. Der Priester räumte sein Fehlverhalten ein und entschuldigte sich dafür.

Bistum Trier

Das Bistum Trier ist das älteste in Deutschland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. Im Bistum Trier, das Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien hat, leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon sind 1,1 Millionen katholisch. 

Als erster Bischof von Trier gilt der Heilige Eucharius im dritten Jahrhundert. Das spätere Erzbistum, dessen Oberhirten seit 1198 auch Kurfürsten waren, war eines der wichtigsten im alten Reich. Es umfasste ein Gebiet vom französischen Stenay an der Maas im Westen bis vor Gießen im Osten. 

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA